Leberkrebs nach chronischer Hepatitis B

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Trotz einer antiviralen Therapie bleibt bei Patienten mit chronischer Hepatitis B ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs bestehen.

Eine Erkrankung an chronischer Hepatitis B gilt als ein bedeutender Risikofaktor für Leberkrebs. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention berichteten, ist auch nach einer langfristigen antiviralen Therapie große Aufmerksamkeit geboten, weil ein erhöhtes Risiko bestehen bleibt.

In der Studie wurden die Daten von 3.156 Patienten ausgewertet, die wegen einer chronischen Hepatitis B eine antivirale Therapie erhalten hatten. Die Forscher untersuchten, wie häufig die Patienten in den folgenden Jahren an Leberkrebs erkrankten.

Tatsächlich waren die jährlichen Erkrankungsraten an Leberkrebs in den ersten fünf Jahren der antiviralen Therapie statistisch ähnlich hoch wie nach fünf Jahren und später. In der Hochrisikogruppe beispielsweise lag die jährliche Erkrankungsrate an Leberkrebs in den ersten fünf Jahren der antiviralen Therapie bei rund 4,5 Prozent, in den Jahren danach bei rund fünf Prozent. Die Dauer der antiviralen Therapie hatte auf das Erkrankungsrisiko offenbar keinen Einfluss. 

Offenbar, so schlussfolgerten die Studienautoren, bleibt bei Patienten mit chronischer Hepatitis B ungeachtet der Langzeit-antiviralen Therapie ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs bestehen. Es sei deshalb trotz der wirksamen antiviralen Therapie auch weiterhin Aufmerksamkeit geboten, um eine eventuelle Krebserkrankung rechtzeitig zu bemerken. 

 

Quelle:

Kim SU et al. Hepatocellular carcinoma risk steadily persists over time despite long-term antiviral therapy for hepatitis B: A multicenter study. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Januar 2020, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-19-0614

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24