Leberkrebs: Kombination ohne Vorteil

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Eine Kombination von transarterieller Chemoembolisation und zielgerichteter Therapie mit Sorafenib bringt Patienten mit nicht-operablem Leberkrebs keinen Überlebensvorteil

Bei Patienten mit Leberzellkrebs mit mittlerem Risiko, für die eine Operation oder Lebertransplantation nicht in Frage kommt, kann eine sogenannte transarterielle Chemoembolisation (TACE) die Überlebensaussichten verbessern – bei fortgeschrittenem Leberkrebs kommt eine zielgerichtete Behandlung mit dem Tyrosinkinasehemmer Sorafenib in Frage. Kann eine Kombination der beiden Verfahren noch mehr Vorteile bringen? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet Gastroenterology & Hepatology veröffentlicht wurden.

Bei TACE werden Chemotherapeutika über Blutgefäße unmittelbar in die Leber an den Tumor geleitet. Um deren Wirkung in der Leber zu verlängern, werden gleichzeitig Mittel gespritzt, die den Blutfluss in bestimmten Bereichen der Leber vorübergehend stoppen, so dass die Chemotherapeutika nicht sofort wieder aus dem Organ „hinausgespült“ werden. Der Tyrosinkinasehemmer Sorafenib wiederum kann das Tumorwachstum vorübergehend stoppen, weil er gezielt bestimmte Enzyme hemmt, die dabei eine Rolle spielen. In der aktuellen Studie wurden 313 Patienten ab 18 Jahren, die an nicht-operablem Leberkrebs litten, mit TACE und Sorafenib oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt.

Die Hälfte der Patienten wurden 120 Tage oder länger mit dem Tyrosinkinasehemmer Sorafenib behandelt. Die transarterielle Chemoembolisation fand zwei bis fünf Wochen nach der Aufnahme in die Studie statt. Gegenüber der Behandlung mit TACE und Placebo brachte die kombinierte Therapie mit TACE und Sorafenib zusätzlich zu TACE keinen Gewinn: Weder verbesserte sich die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, noch das Gesamtüberleben.

Offenbar, so die Bewertung der Ergebnisse durch die Studienautoren, kann eine kombinierte Anwendung von TACE und gezielter Therapie mit Sorafenib gegenüber alleiniger TACE keine Verbesserung für die Patienten mit nicht-operablem Leberkrebs bringen. Um die Aussichten für Betroffene zu verbessern seien andere Behandlungsoptionen gefragt, die mit TACE kombiniert werden könnten.

 

Quelle:

Meyer, T. et al.: Sorafenib in combination with transarterial chemoembolisation in patients with unresectable hepatocellular carcinoma (TACE 2): a randomised placebo-controlled, double-blind, phase 3 trial. Lancet Gastroenterology & Hepatology 2017, 2:565-75

 

Mehr zu den verschiedenen therapeutischen Verfahren bei Leberkrebs finden Sie hier

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07