Leberkrebs: Fettleber zunehmend ein Problem

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Nicht-alkoholbedingte Fettleber rückt als Risikofaktor für Leberkrebs zunehmend in den Fokus.

Weltweit nimmt die Häufigkeit an Krebserkrankungen der Leber zu. Dies ist in den entwickelten Industrieländern offenbar darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Fälle an nicht-alkoholbedingter Fettleber, einem der bekannten Risikofaktoren für Leberkrebs, steigt. Wissenschaftler berichteten darüber in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher werteten Daten der Global Burden of Disease Studie aus den Jahren 1990 bis 2017 aus. Sie bestimmten die jährlichen prozentualen Veränderungen der Häufigkeit von Leberkrebs, gestaffelt nach Lebensalter, Geschlecht, Region und Ursache.

Demnach sank im Untersuchungszeitraum bei Personen unter 30 Jahren die Zahl der Leberkrebsdiagnosen. Bei Personen zwischen 30 und 59 Jahren sowie Personen ab 60 Jahren (zwei Alterskohorten) hingegen nahm die Zahl der Leberkrebsdiagnosen zu. Zwischen den Geschlechtern gab es Unterschiede. So war beispielsweise ein starker Anstieg an Leberkrebsfällen bei Männern ab 60 Jahren zu beobachten, während bei Frauen dieser Altersklasse die Anzahl konstant blieb.

In den Entwicklungsländern konnte ein Absinken der Erkrankungshäufigkeit an Leberkrebs festgestellt werden, das vermutlich auf einen Rückgang der Infektionen mit Hepatitis B und C bzw. deren effizientere Behandlung zurückzuführen war. In den gut entwickelten Industrieländern dagegen nahm die Zahl der Leberkrebsdiagnosen zu. Als Ursache dafür kristallisierte sich eine Zunahme an Fällen von nicht-alkoholbedingter Fettleber heraus. Letztere ist eine Folge einer hochkalorischen fettreichen Ernährungsweise.

Bei der Prävention von Leberkrebs müsse neben der Bekämpfung von Hepatitis B und C zunehmend auch die nicht-alkoholbedingte Fettleber als bedeutender Risikofaktor in den Fokus rücken, so die Empfehlung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Liu Z et al. Global incidence trends in primary liver cancer by age at diagnosis, sex, region, and etiology, 1990‐2017. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 23. März 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.32789

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.05.2020 10:55