Leberkrebs: Den Tumor unter Strom setzen

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In anscheinend ausweglosen Fällen kann bei Leberkrebs eine sogenannte irreversible Elektroporation die Überlebensaussichten verbessern.

Für Patienten mit Leberkrebs, deren Tumor weder für eine Operation noch für eine Therapie mit Wärmeapplikation infrage kommt, steht mit der sogenannten irreversiblen Elektroporation (IRE) eine alternative Behandlungsmethode zur Verfügung. Laut den Ergebnissen einer Studie der Universitätsklinik Regensburg, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden, entsprechen die Erfolge der Behandlung den Erwartungen.

Bei IRE handelt es sich um ein sogenanntes minimalinvasives Verfahren („Knopflochchirurgie“). Über spezielle Sonden, die durch die Haut geführt werden, werden Elektroden im Tumorgewebe platziert und mit deren Hilfe kurze elektrische Impulse von bis zu 3.000 Volt in den Tumor geleitet. Dies schädigt den Tumor nachhaltig. Die Behandlung kann innerhalb von eineinhalb bis zwei Monaten wiederholt werden.

In der rückblickenden Analyse wurden die Daten von 71 Patienten (davon 14 Frauen und 57 Männer) ausgewertet, die wegen eines inoperablen Lebertumors mit IRE behandelt worden waren. Bei den Tumoren handelte es sich um direkt in der Leber entstandenen Leberzellkrebs oder um Lebermetastasen anderer Organe. Im Durchschnitt überlebten die Patienten den Eingriff etwas mehr als zwei Jahre, wobei es zwischen den Patienten mit Leberzellkrebs und jenen mit Lebermetastasen keinen Unterschied gab. Ungünstigere Überlebenschancen hatten Patienten mit großen Tumoren (größer als drei Zentimeter) oder mehr als zwei Tumoren in der Leber. Bei einem noch sehr frühen Leberzellkrebsstadium waren zudem die Überlebensaussichten besser als bei einem frühen Stadium.

 

Quelle:

Niessen, C. et al.: Percutaneous Irreversible Electroporation: Long-term survival analysis of 71 patients with inoperable malignant hepatic tumors. Sci Rep. 2017, 7: 43687; doi:  10.1038/srep43687

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.07.2017 16:54