Leberkrebs bei Leberzirrhose: Hilft Überwachung?

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Kontrolluntersuchungen steigern bei Patienten mit bekannter Leberzirrhose im Falle einer Leberkrebserkrankung die Chancen auf eine bessere Prognose.

Patienten mit Leberzirrhose haben ein erhöhtes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken – das ist bekannt. Doch lohnt es sich, sie regelmäßigen Kontrolluntersuchungen zu unterziehen, um auf diese Weise eine Krebserkrankung frühzeitig feststellen und behandeln zu können? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology veröffentlicht wurden.

Die Forscher werteten rückblickend die Daten von Patienten aus, bei denen zwischen 2005 und 2010 Leberkrebs diagnostiziert worden war. Im Besonderen interessierte die Wissenschaftler, ob die Patienten in den beiden Jahren vor der Diagnose wegen einer bekannten Leberzirrhose überwacht worden waren oder nicht und wie sich dies auf die Prognose auswirkte.

Von 887 Leberkrebspatienten hatte nicht ganz die Hälfte (46,5 Prozent) eine Überwachung erhalten. Bei diesen Patienten wurde die Leberkrebserkrankung häufiger in einem noch frühen Stadium entdeckt und mit Therapien behandelt, die potenziell zur Heilung führen können. Das Sterberisiko an der Erkrankung war bei Patienten, die in den beiden Jahren vor der Diagnose überwacht worden waren, um 38 Prozent niedriger als bei jenen, die keine Kontrolluntersuchungen erhalten hatten. Nach Anpassung an das Tumorstadium bei der Diagnose und die Art der Therapie lag der Unterschied im Sterberisiko noch bei 20 Prozent.

Nach Ansicht der Studienautoren erhöht eine aktive Überwachung von Patienten mit bekannter Leberzirrhose die Wahrscheinlichkeit für eine frühe Entdeckung eines eventuellen Lebertumors. Durch das frühere, potenziell heilbare Tumorstadium und die Anwendung entsprechender Therapien steigen die Überlebenschancen der Betroffenen.

 

Quelle:

Mittal, S. et al.: Effectiveness of Surveillance for Hepatocellular Carcinoma in Clinical Practice: A United States cohort. Journal of Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Juli 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jhep.2016.07.025

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.05.2017 21:12