Lebensqualität bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs trotz (und durch) zusätzliche Immuntherapie erhalten.

Nachricht vom 11.03.2023

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Eine Kombination von Chemotherapie mit einem Immuncheckpointblocker beeinträchtigt die Lebensqualität offenbar nicht, sondern wirkt sich eher noch positiv darauf aus.

Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs, der entweder wiedergekehrt ist oder sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, können davon profitieren, wenn sie zusätzlich zur Chemotherapie eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1-Blocker erhalten. Die intensivere Therapie verbessert ihre Überlebensaussichten, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen. In der Fachzeitschrift Lancet Oncology wurden Ergebnisse zur Lebensqualität aus der KEYNOTE-826-Studie veröffentlicht.

Grundsätzlich müssen bei der Auswahl von Krebstherapien Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden, da jede der Therapien auch Nebenwirkungen und Beeinträchtigungen mit sich bringen kann und den Patienten Zeit und Aufmerksamkeit abnötigt. Deshalb untersuchen Wissenschaftler neben Therapieerfolgen wie Lebenszeitgewinn immer auch die Toxizität der Therapien und ihre Auswirkungen auf die allgemeine Befindlichkeit und die Lebensqualität.

An der KEYNOTE-826-Studie beteiligten sich 617 Patientinnen ab 18 Jahren, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt waren. Die Krankheit sprach auf andere Therapien nicht an, kehrte wieder oder hatte bereits metastasiert. Die Teilnehmerinnen erhielten eine Chemotherapie mit oder ohne einen Angiogenesehemmer und dazu entweder einen Immuncheckpoint-PD1-Blocker oder ein Scheinmedikament (Placebo). Neben den Überlebenszeiten wurden mittels standardisierter Fragebögen auch die möglichen Auswirkungen auf die Lebensqualität untersucht.

Die ersten Datenauswertungen der Studie hatten gezeigt, dass sich das Gesamtüberleben und das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, infolge der zusätzlichen Immuntherapie signifikant verlängerten. Die Lebensqualität wurde durch die zusätzliche Therapie nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil konnten sogar Vorteile für die hinzukommende Immuncheckpointblockade in puncto gesundheitsbezogener Lebensqualität festgestellt werden. Nach gut einem Jahr hatte sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei der Hälfte der Patientinnen in der Placebogruppe verschlechtert, in der anderen Gruppe war dieser Zeitpunkt bei der Analyse noch nicht erreicht.

Damit, so die Studienautoren, seien bei den Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs durch die zusätzliche Immuntherapie nicht nur objektive Vorteile durch einen Lebenszeitgewinn zu erkennen, sondern auch im Hinblick auf die subjektive Befindlichkeit. 

 

Quelle:

Monk BJ et al. Health-related quality of life with pembrolizumab or placebo plus chemotherapy with or without bevacizumab for persistent, recurrent, or metastatic cervical cancer (KEYNOTE-826): a randomised, double-blind, placebocontrolled, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. März 2023, https://doi.org/10.1016/S1470-2045(23)00052-9

 

(KvK)

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