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Das Risiko für Krebserkrankung im Verdauungstrakt sinkt, wenn Männer viel Sport, insbesondere Ausdauersport betreiben.

Die Hinweise darauf, dass körperliche Bewegung die Entstehungsmechanismen von Krebserkrankungen im Verdauungstrakt beeinflusst, mehren sich. Erneut wurde nun in einer Studie gezeigt, dass bei Männern das Risiko für Krebs im Magen-Darmtrakt durch intensives sportliches Training sinkt. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

In der prospektiven, also vorausschauend geplanten Studie wurden rund 43.500 Männer im Alter von 40 Jahren oder älter zu ihren physischen Aktivitäten befragt. Sie alle hatten zu Beginn der Studie keine nachweisbare Krebserkrankung. Alle zwei Jahre von 1986 bis 2012 wurde der jeweils aktuelle Gesundheitszustand erfasst, was bei 90 Prozent der ursprünglichen Teilnehmer möglich war.

Über die insgesamt 686.924 Personen-Jahre hinweg hatten sich 1.370 Krebserkrankungen, die den Verdauungstrakt betrafen, entwickelt. Männer, die sich laut Befragung intensiv körperlich betätigten, hatten ein geringeres Risiko für Krebs der unteren Verdauungsorgane. Zwischen mindestens 63,0 MET-h/Woche und höchstens 8,9 MET-h/Woche betrug der Unterschied 26 Prozent. MET, das sogenannte metabolische Äquivalent, vergleicht die Sauerstoffaufnahme in Ruhe mit der Sauerstoffaufnahme bei Belastung und gibt die Leistung von Aktivitäten als ein Vielfaches des Ruheumsatzes an. So entsprechen beispielsweise 18 MET-h/Woche etwa vier Stunden zügigem Spazierengehen pro Woche. Für die unmittelbaren Verdauungsorgane wie den Dickdarm oder Magen war der Zusammenhang von viel Bewegung und einem geringeren Krebsrisiko stärker ausgeprägt als für die zusätzlich zum Verdauungstrakt gehörenden Organe wie die Bauchspeicheldrüse, Leber oder Gallenblase. 

Ausdauertraining jeder Intensität erwies sich als besonders effektiv, wobei der größte Nutzen bei etwa 30 MET-h/Woche mit einer Risikosenkung von 32 Prozent lag. Dies entspricht rund zehn Stunden Gehen mit durchschnittlicher Geschwindigkeit pro Woche. Nach Ansicht der Studienautoren könnten aus den Ergebnissen der Studie allgemeine Empfehlungen für Männer zur Vorbeugung von Krebserkrankungen im Verdauungstrakt abgeleitet werden.

 

Quelle:

Keum, N. et al.: Association of Physical Activity by Type and Intensity With Digestive System Cancer Risk. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Mai 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.0740

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.05.2017 15:46