Langzeitüberleben nach doppelter Immuntherapie bei malignem Melanom mit Hirnmetastasen

Nachricht vom 22.01.2024

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Auch außerhalb klinischer Studien können lange Überlebenszeiten erreicht werden, wenn die Hirnmetastasen bei Beginn der Immuntherapie noch keine Symptome verursachen.

Wenn sich schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) bereits ins Gehirn ausgebreitet hat, dort aber noch keine Symptome verursacht, wird mittlerweile als eine Standardbehandlung eine kombinierte Immuntherapie mit zwei Checkpointblockern angeboten. In einem Bericht in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer schreiben Wissenschaftler darüber, wie unter dieser Therapie auch außerhalb klinischer Studien ein anhaltendes Ansprechen und lange Überlebenszeiten erreicht werden können.

Die Forscher werteten rückblickend die Daten von 376 Patienten aus, die bei melanombedingten Hirnmetastasen eine Immuntherapie mit einem PD1- und einem CTLA-4-Blocker erhielten. Bei 262 von ihnen wurde diese Behandlung als Erstlinientherapie durchgeführt, die anderen hatten zuvor schon andere systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapien erhalten, die jedoch nicht oder nicht mehr genügend anschlugen.

Insgesamt lebte die Hälfte der Patienten 21 Monate und länger. Von den Patienten, die die kombinierte Immuntherapie als Erstlinientherapie erhalten hatten und die bei der Diagnose noch keine Symptome durch die Hirnmetastasen aufwiesen und deshalb keine Steroide als Therapie benötigten, waren zum Zeitpunkt der Datenerhebung nach gut zwei Jahren noch mehr als die Hälfte am Leben. Ungünstiger war die Prognose für diejenigen Patienten, die mit der Immuntherapie erst begonnen hatten, nachdem ihre Erkrankung bei einer zielgerichteten Therapie mit BRAF/MEK-Hemmern weiter vorangeschritten war. Lebensverlängernd wirkte es dagegen, wenn außer der Immuntherapie eine stereotaktische Strahlentherapie gegen die Hirnmetastasen eingesetzt wurde.

Nach Ansicht der Studienautoren handele es sich um bemerkenswert lange Überlebenszeiten, die auch außerhalb klinischer Studien bei Patienten mit asymptomatischen melanombedingten Hirnmetastasen durch die Kombinationstherapie mit PD1- und CTLA-4-Checkpointblockern erreicht werden könnten. Insbesondere die Kombination der Immuntherapie in der Erstlinie mit stereotaktischer Strahlentherapie erwies sich als anhaltend wirksam.

 

Quelle:

Mandalà M et al. Combined immunotherapy in melanoma patients with brain metastases: a multicenter international study. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Januar 2024, doi:https://doi.org/10.1016/j.ejca.2024.113542

 

(kvk)

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