Langzeitüberleben bei fortgeschrittenem GIST

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Wenn gastrointestinale Stromatumoren bestimmte genetische Merkmale aufweisen, kann eine Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer zu langen Überlebenszeiten führen.

Patienten, die an einem fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumor (GIST) leiden, können mit Imatinib, einem Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Tyrosinkinasehemmer, behandelt werden. Nun berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology über die Langzeitergebnisse dieser Therapie.

An der Studie hatten 695 Patienten teilgenommen, darunter 376 Männer und 319 Frauen, im mittleren Alter von 60 Jahren. Alle litten an fortgeschrittenem oder metastasiertem GIST. Sie wurden mit 400 mg Imatinib ein- oder zweimal täglich behandelt, bis die Krankheit weiter voranschritt oder so schwere Nebenwirkungen auftraten, dass die Therapie abgebrochen werden musste.

189 Patienten lebten acht Jahre und länger, das geschätzte Zehn-Jahres-Gesamtüberleben lag bei 23 Prozent. Die besten Überlebenschancen sowohl hinsichtlich des Gesamtüberlebens als auch des Überlebens, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, hatten zehn Jahre nach der Diagnose diejenigen Patienten, bei denen eine bestimmte Genveränderung (KIT-Exon-11-Mutation) vorlag bzw. bestimmte andere Genveränderungen (KIT/PDGFRA-Mutationen) fehlten.

Nach Ansicht der Studienautoren könnten Patienten mit metastasiertem GIST dank der Therapie mit Imatinib lange Zeit überleben, wenn ihr Tumor bestimmte genetische Merkmale aufweist. Weitere Untersuchungen dazu, ob auch Patienten mit anderen genetischen Subtypen von der Tyrosinkinasehemmertherapie profitieren können, müssten angestrengt werden. 

 

Quelle:

Heinrich, M. et al.: Correlation of Long-term Results of Imatinib in Advanced Gastrointestinal Stromal Tumors With Next-Generation Sequencing Results. Analysis of Phase 3 SWOG Intergroup Trial S0033. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 9. Februar 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2016.6728

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21