Langzeitfolgen nach Weichteilsarkom im Kindesalter

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Nach einer Erkrankung an Weichteilsarkom im Kindesalter besteht über viele Jahre ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen.  

Sieben von zehn Kindern, die heutzutage an einem Weichteilsarkom erkranken, überleben. Das war in den 1960er Jahren noch anders, damals starben etwa zwei Drittel der Erkrankten. Nun untersuchen Wissenschaftler, mit welchen Spätfolgen die Langzeitüberlebenden zu rechnen haben. Ein Studienbericht erschien in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

In der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie wurden die Daten von 985 Personen berücksichtigt, die eine Weichteilsarkomerkrankung im Kindesalter mindestens fünf Jahre überlebten. Untersucht wurde der Zeitraum 1964 bis 2012. Die Forscher verglichen Gesundheitsdaten der Überlebenden aus den Folgejahren nach Beendigung der Krebstherapie mit denen von 4.830 nicht an Krebs erkrankten Kontrollpersonen.

Die Krebsüberlebenden mussten, wie zu erwarten war, in den Folgejahren häufiger einen Arzt aufsuchen als die Kontrollpersonen. Am häufigsten traten bei ihnen hormonelle Erkrankungen auf, aber auch Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, Magen-Darmprobleme und Erkrankungen der Harnwege traten häufiger auf. Überlebende, bei denen das Weichteilsarkom einen Arm oder ein Bein betroffen hatte, waren davon seltener betroffen. Zudem war das Risiko für spätere Erkrankungen höher, wenn die Überlebenden eine Strahlentherapie gegen den Krebs erhalten hatten.

Das erhöhte Krankheitsrisiko halte bei einigen Erkrankungen bis zu 40 Jahre nach der Krebsdiagnose an, so die Studienautoren. 

 

Quelle:

Norsker FN et al. Risk of late health effects after soft-tissue sarcomas in childhood – a population-based cohort study within the Adult Life after Childhood Cancer in Scandinavia research programme. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Juli 2020, https://doi.org/10.1080/0284186X.2020.1794031   

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 01.12.2020 16:52