Langzeitfolgen nach Chemotherapie

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Lymphompatienten, die mit einem Anthrazyklin in der Chemotherapie behandelt wurden, haben langfristig ein erhöhtes Risiko für Herzstörungen.

Sogenannte Anthrazykline spielen in der Chemotherapie bei bösartigen Tumoren eine wichtige Rolle. Doch hat ihr Einsatz auch seinen Preis: Sie können langfristig Störungen der Herzfunktion verursachen. Dies bekommen auch die Überlebenden einer Lymphomerkrankung zu spüren, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

In der Studie wurden die Daten von 78 Lymphomüberlebenden, die sich einer Stammzelltransplantation unterzogen hatten, und 77 Lymphomüberlebenden, die eine andere Therapie erhalten hatten, verglichen. Bei allen war u.a. eine Chemotherapie mit einem Anthrazyklin durchgeführt worden, und alle hatten die Lymphomdiagnose mindestens fünf Jahre überlebt. Als Kontrollgruppe dienten 51 Personen, die nicht an einem Lymphom erkrankt waren.

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von rund neun Jahren ab Diagnose hatte jeder fünfte Lymphomüberlebende eine Störung der Herzfunktion entwickelt – verglichen mit der Häufigkeit von Herzstörungen bei den Kontrollpersonen war dies eine Steigerung um das Sechseinhalbfache. Dabei war ein Dosis-Wirkungszusammenhang zu beobachten: Je höher die eingesetzte Anthrazyklindosis war, desto höher war das Risiko, an einer Herzstörung zu erkranken. Keine Rolle spielte es, ob in der Lymphomtherapie eine Stammzelltransplantation eingesetzt worden war oder nicht.

Ehemalige Krebspatienten, die in der Chemotherapie mit Anthrazyklinen behandelt wurden, sollten ihr erhöhtes Risiko für Herzfunktionsstörungen kennen und regelmäßig untersucht werden, um im gegebenen Falle rechtzeitig Behandlungen einleiten zu können, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Armenian S H et al. Prevalence of anthracycline-related cardiac dysfunction in long-term survivors of adult-onset lymphoma. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 7. November 2017, DOI: 10.1002/cncr.31110  

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19