Langfristiger Erfolg der HPV-Impfung

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Eine Meta-Analyse zeigt: Infektionen mit krebserregenden HP-Viren, Warzen im Anogenitalbereich und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sind bei Mädchen und jungen Frauen signifikant seltener geworden.

Mehr als zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) anwendungsbereit geworden ist. In einem systematischen Review und einer Meta-Analyse über 65 publizierte Artikel aus 14 Ländern untersuchten Wissenschaftler jetzt, wie sich die Einführung der Impfung auf die Häufigkeit von HPV-Infektionen, die Häufigkeit der Diagnose Genitalwarzen und die Häufigkeit von Krebsvorstufen im Gebärmutterhals, sogenannte intraepitheliale Neoplasien Grad 2+ (CIN2+) auswirkte. Der Bericht erschien in der Fachzeitschrift Lancet.

Fünf bis acht Jahre nach der Einführung der Impfung ist demnach die Häufigkeit von Infektionen mit HPV 16 oder 18, den beiden häufigsten Verursachern von Gebärmutterhalskrebs, bei Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren signifikant um 83% zurückgegangen, bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren ebenfalls signifikant um 66%. Auch Infektionen mit HPV 31, 33 und 45, die ebenfalls als Verursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten, wurden bei 13- bis 19-jährigen Mädchen signifikant um 54% seltener. 

Warzen im Anogenitalbereich wurden bei 15- bis 19-jährigen Mädchen um 67%, bei 20- bis 24-jährigen Frauen um 54% und bei 25- bis 29-jährigen Frauen um 31% seltener diagnostiziert – auch hier war der Rückgang jeweils signifikant. Bei Jungen im Alter von 15 bis 19 Jahren war ein signifikanter Rückgang von Warzen im Anogenitalbereich um 48%, bei Männern im Alter von 20 bis 24 Jahren um 32% zu verzeichnen.

Fünf bis neun Jahre nach der Impfung war die Häufigkeit von CIN2+ bei Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren signifikant um 51%, bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren signifikant um 31% gesunken. Die Daten mit insgesamt 60 Millionen Personen zeigten nach Ansicht der Studienautoren, dass innerhalb von acht Jahren nach der Einführung der HPV-Impfung bei Mädchen und jungen Frauen ein substanzieller Rückgang von HPV-Infektionen und Krebsvorstufen im Gebärmutterhalsbereich erreicht werden konnte.

 

Quelle:

Drolet M et al. Population-level impact and herd effects following the introduction of human papillomavirus vaccination programmes: updated systematic review and meta-analysis. Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 26. Juni 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30298-3

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.08.2019 15:31