Lange Nachsorge bei Lentigo maligna notwendig

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Es kann auch spät noch zu einem Rückfall kommen.

Lentigo maligna ist eine langsam wachsende Form von schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom. Sie kann offenbar auch lange Zeit nach der Behandlung noch wiederkehren, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift European Academy of Dermatology and Venereology berichteten. 

Oftmals entsteht Lentigo maligna in sonnengeschädigter Haut, sie ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. In der aktuellen Untersuchung wurden rückblickend die Daten von 102 Patienten ausgewertet, die insgesamt 117 Lentigo maligna-Läsionen entweder noch in situ, also auf den Entstehungsort begrenzt, oder als invasiven Tumor, der bereits in die Umgebung eingewachsen war, aufwiesen. Bei 79 dieser Läsionen handelte es sich um neue, also Ersttumoren, bei den übrigen 38 um einen Rückfall.

Die Ersttumoren waren in der Mehrheit pigmentiert und wiesen eine bräunliche Färbung auf. Hingegen waren mehr als drei Viertel der Rückfalltumoren nur teilweise pigmentiert, also eher hellbraun, oder sogar gänzlich unpigmentiert. Während die Ersttumoren klassische Merkmale von Lentigo maligna bzw. malignen Melanomen aufwiesen, war dies bei den Rückfällen eher nicht der Fall. 

Im Laufe der langjährigen Beobachtungszeit kam es zu 44 Rückfällen (38%). Die Hälfte der Patienten, die einen Rückfall erlebten, starb innerhalb von knapp vier Jahren nach Beginn der Ersttherapie.

Offenbar, so die Studienautoren, könne es bei Lentigo maligna-Tumoren auch nach vielen Jahren noch zu einem Rückfall kommen. Da die Tumoren beim Rückfall nur schwer als Melanom oder melanomartiger Tumor zu erkennen seien, sei nach der ersten Therapie von Lentigo maligna eine besonders sorgfältige und langjährige Nachsorge notwendig.

 

Quelle:

Collgros H et al. Lentiginous melanoma (lentigo maligna and lentigo maligna melanoma) in Australia: clinicopathological characteristics, management and recurrence rates after 10‐year follow‐up at a tertiary centre. European Academy of Dermatology and Venereology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Januar 2021, https://doi.org/10.1111/jdv.17135

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21