Künstlicher Darmausgang nach Darmkrebs

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Gute Planung und Pflege sind Voraussetzung für gute Lebensqualität.

Nach einer Darmkrebsoperation müssen die Betroffenen mitunter mit einem künstlichen Darmausgang, einem sogenannten Stoma (griechisch Mund) oder Anus praeter leben. In Deutschland leben derzeit rund 100.000 Stomaträger, drei Viertel von ihnen nach einer Behandlung wegen Dünn- oder Dickdarmkrebs. Dafür, dass trotz dieser gewichtigen körperlichen Veränderung eine gute Lebensqualität erhalten werden kann, ist es unabdinglich, dass das Stoma gut versorgt und gepflegt wird. Das unterstreicht ein Bericht im Deutschen Ärzteblatt.

Stomabedingte Komplikationen können demnach recht häufig auftreten, wobei sich die Zahlenangaben in einzelnen Berichten mit zehn bis 70 Prozent stark unterscheiden. Oft schon recht bald nach der Anlage des Stomas kommt es zu Hautirritationen mit Entzündungen und Geschwürsbildungen, auch Nachblutungen, Einblutungen in die Haut (Hämatombildung) und Wassereinlagerungen rund um das Stoma sind möglich. Eine Ursache dafür sind die häufig noch herrschende Unsicherheit und Fehler bei der Pflege des Stomas. So besteht beispielsweise die Gefahr, dass eine zu groß ausgeschnittene Stomaplatte auf der Haut scheuert und Hautreizungen hervorruft. Auch werden gerade am Anfang die großen Flüssigkeitsverluste, die über ein Stoma auftreten, oft nicht ausreichend durch Trinken kompensiert, so dass es zur Austrocknung (Dehydratation) mit gegebenenfalls Störungen im Elektrolythaushalt kommt. Diese frühe Komplikation betrifft vor allem Träger eines Ileostomas, also eines Dünndarmstomas.

Als Spätkomplikationen gelten solche, die frühestens 30 Tage nach der Operation auftreten. Am häufigsten sind ein Vorfall des Stomas (Stomaprolaps), Stomazurückziehung oder –verengung und Brüche (Hernien) um das Stoma herum. Während frühe Komplikationen überwiegend nicht-chirurgisch behandelt werden können, ist bei späten Komplikationen eine Operation oft unumgänglich.

Die Anlage eines künstlichen Darmausgangs, so das Fazit der Studienautoren, bedeute einen tiefen Einschnitt im Leben des Betroffenen und könne mit zum Teil schwerwiegenden Komplikationen sowie Einbußen der Lebensqualität einhergehen. Um die Situation für die Patienten zu verbessern, bedürfe es einer umsichtigen Planung des Eingriffs, einer sorgfältigen Operation und einer optimalen Pflege. Dabei müsse der Patient von Beginn an intensiv einbezogen werden, um sich mit dem Stoma und seiner Pflege vertraut zu machen.

 

Quelle:

Ambe P C et al. Intestinale Stomata. Einteilung, Indikationen, Versorgung und Komplikationsmanagement. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 182–7

Ausführliche Informationen zum künstlichen Darmausgang finden Sie auch auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.04.2018 09:22