Künstliche Befruchtung womöglich auch nach einer Brustkrebserkrankung sicher

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In einer kleinen Studie zeigten Wissenschaftler, dass Frauen nach einer Brustkrebserkrankung durch künstliche Befruchtung ein Kinderwunsch realisiert werden kann, ohne dass sich das Rückfallrisiko erhöht.

Junge Frauen, die eine Brustkrebserkrankung überstanden haben, können sich noch einen Kinderwunsch erfüllen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Brustkrebs dadurch wieder zurückkommt. Doch wie verhält es sich damit, wenn sie medizinische Unterstützung benötigen, um überhaupt schwanger zu werden? Wissenschaftler untersuchten nun zum ersten Mal an einer kleinen Zahl von Patientinnen, ob auch sogenannte Assistierte Reproduktionstechniken (ART) wie die In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sicher angewendet werden können, ohne das Risiko für einen Rückfall der Brustkrebserkrankung zu erhöhen. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Die Forscher werteten rückblickend die Daten von 198 Patientinnen aus, die zwischen 2000 und 2009 die Diagnose Brustkrebs erhalten hatten und anschließend schwanger wurden. Bei 25 von ihnen war eine ART angewendet worden, um die Schwangerschaft zu erreichen. Neun von zehn Frauen hatten in der Krebstherapie unterstützend zur Operation eine adjuvante Chemotherapie erhalten. Bei mehr als der Hälfte war der Tumor empfindlich für die Wirkung von Hormonen. Die Patientinnen der ART-Gruppe waren bei der Brustkrebsdiagnose und beim Eintritt der Schwangerschaft im Durchschnitt älter als die Patientinnen, die ohne medizinische Hilfe schwanger wurden. Sie erlebten auch häufiger Fehlgeburten.

In beiden Gruppen konnten mehr als drei Viertel der Schwangerschaften bis zu Ende ausgetragen werden. In den vier bis fünf Jahren, die vom Eintritt der Schwangerschaft bis zum Ende der Beobachtungszeit vergingen, gab es keine Unterschiede bezüglich der Häufigkeit von Brustkrebsrückfällen. 

Brustkrebspatientinnen könne offenbar mit medizinischen Methoden zu einer Schwangerschaft verholfen werden, ohne befürchten zu müssen, dass sich dies negativ auf ihr Rückfallrisiko auswirken könnte - so interpretierten die Studienautoren. Da es sich nur um eine kleine Studie handelte, müsse, um sicherzugehen, dieses Ergebnis nun in größeren Untersuchungen bestätigt werden.

 

Quelle:

Goldrat, O. et al. Pregnancy following breast cancer using assisted reproduction and its effect on long-term outcome. European Journal of Cancer 2015, 51(12):1490-1496

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07