Krebsüberleben bei Kindern und Jugendlichen verbessert

Nachricht vom 31.05.2023

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In Deutschland haben sich die Aussichten von Kindern und Jugendlichen, die an Krebs erkranken, in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Luft nach oben ist allemal.

In Europa sind Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren noch immer die häufigste krankheitsbedingte Todesursache. Jedoch haben sich die Überlebensaussichten im Laufe der letzten Jahrzehnte deutlich verbessert. Dies zeigt auch eine Studie aus Deutschland, die die Entwicklung der vergangenen dreißig Jahre untersuchte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer veröffentlicht.

Für die Studie werteten Forscher die Daten des Deutschen Kinderkrebsregisters aus. In ihre Analyse flossen die Daten von 46.488 Kindern und Jugendlichen ein, die in den Jahren 1991 bis 2016 bis zum 14. Lebensjahr an Krebs erkrankten.

Bei allen Krebsarten und sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen verbesserte sich im Verlauf das Gesamtüberleben. Das Fünf-Jahresgesamtüberleben stieg von 77,8% im Zeitraum 1991-1995 auf 86,5% im Zeitraum 2011-2016. Die stärksten Verbesserungen waren in den frühen 1990er Jahren zu beobachten.

Der größte Anstieg der Überlebensraten trat mit zwei Prozent jährlich bei akuter myeloischer Leukämie (AML) auf, das Fünf-Jahresgesamtüberleben entwickelte sich bei dieser Krankheit von 51,3% im Zeitraum 1991-95 auf 81,5% im Zeitraum 2011-16. Die besten Aussichten auf ein Überleben von mindestens fünf Jahren nach der Krebsdiagnose bestanden bei Hodgkin-Lymphomen, gutartigen Tumoren des Zentralen Nervensystems (gutartigen Hirntumoren) und dem Retinoblastom. Bei diesen Tumorarten wurden Fünf-Jahresgesamtüberlebensraten von 98% erreicht. Auch bei lymphatischen Leukämien, Lymphomen generell, Nierentumoren, Keimzelltumoren, epithelialen Tumoren und Melanomen waren neun von zehn Kindern nach fünf Jahren noch am Leben, wurden also Fünf-Jahresgesamtüberlebensraten von 90% und mehr erreicht. Kleinere Kinder im Alter von einem bis vier Jahren bei der Diagnose hatten größere Chancen, die ersten fünf Jahre nach der Diagnose zu überleben. 

Den Anstieg der Überlebenschancen führen die Forscher auf verbesserte diagnostische Methoden und Therapien und eine bessere generelle medizinische Betreuung der Patienten zurück. Es sei auch zu beobachten, dass sich die Verbesserungen in der letzten Zeit verlangsamten, sodass die Überlebensaussichten nun auf einem nach Ansicht der Studienautoren keinesfalls zufriedenstellenden Plateau verharrten. Auch könnten noch nicht alle Kinder, etwa aufgrund sozioökonomischer Gegebenheiten, gleichermaßen profitieren.

 

Quelle:

Wellbrock M et al. Temporal patterns of childhood cancer survival 1991 to 2016: A nationwide register-study based on data from the German Childhood Cancer Registry. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 9. Mai 2023, DOI: 10.1002/ijc.34556

 

(KvK)

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