Krebstherapie trotz unbekanntem Ursprungsort

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Auch wenn der ursprüngliche Tumor nicht gefunden wird, können Metastasen differenziert behandelt werden.

Bei etwa zwei bis vier Prozent aller Krebspatienten werden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, einer Krebserkrankung gefunden, ohne dass sich der Ursprungstumor lokalisieren lässt. Die Erkrankung wird in diesem Falle als „Krebs unbekannter Herkunft („cancer of unknown primary“, CUP) bezeichnet. Doch auch den Patienten mit CUP können heutzutage differenzierte Behandlungsstrategien angeboten werden – u.a. auch, weil die verfeinerten Gewebeuntersuchungen oftmals eine differenzierte Charakterisierung erlauben. Dies geht aus einem zusammenfassenden Bericht im Deutschen Ärzteblatt hervor.

Am häufigsten werden bei CUP demnach Metastasen in Lymphknoten, der Lunge, Leber oder den Knochen gefunden. Bei bis zu vier von zehn Patienten findet sich mithilfe der bildgebenden Diagnostik schließlich doch noch der Ursprungstumor, wobei am häufigsten die Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber oder die Gallengänge der Ausgangspunkt sind. Durch Gewebe- und molekulargenetische Untersuchungen lässt sich auch bei nicht ermittelbarem Ursprungstumor eine genauere Charakterisierung der Erkrankung erreichen.

In 75 bis 85 Prozent aller Fälle von CUP finden sich mehrere Metastasen, auch an verschiedenen Orten („disseminierte“ = verteilte Metastasierung). In 15 bis 25 Prozent der Fälle sind es Einzelmetastasen oder Metastasen, die auf eine Lymphknotenregion beschränkt sind (lokale Metastasierung). Bei einzelnen Metastasen, also lokaler Metastasierung, können eine Operation oder eine Strahlentherapie Heilung erzielen. Bei disseminierter Metastasierung, also mehreren verteilten Metastasen, ist die Prognose in der Regel ungünstiger. Hier kommen vor allem systemisch, im ganzen Körper wirkende Therapien zum Einsatz wie Chemotherapie und zielgerichtete Therapien, aber auch neue Immuntherapien mit Checkpointblockern scheinen vielversprechend. In jedem Falle, so das Credo der Autoren, sollten Patienten mit CUP in einem interdisziplinären Krebszentrum behandelt werden.

 

Quelle:

Zaun, G et al. CUP-Syndrom – Metastasierte Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor. Deutsches Ärzteblatt 2018, 115(10):157-62

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 17.08.2018 14:24