Krebserkrankungen: Weltweite Zunahme

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Steigende Lebenserwartung, eine wachsende Bevölkerung und der Lebensstil spielen eine Rolle.

Weltweit steigt die Zahl der Krebserkrankungen stetig an. Dies geht einerseits auf das Bevölkerungswachstum und die allseits steigende Lebenserwartung zurück, da die Wahrscheinlichkeit für Krebs mit dem Lebensalter zunimmt. Andererseits werden aber offenbar auch die Fälle immer häufiger, in denen ein ungesunder Lebensstil zur Entstehung der Erkrankung führt. Das geht aus den Ergebnissen einer Analyse des Global Health at the Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in der Fachzeitschrift JAMA Oncology hervor.

Demnach erkrankten im Jahr 2016 rund 17,2 Millionen Menschen weltweit an Krebs, 8,9 Millionen starben daran. Damit stieg die Zahl der Krebsfälle von 2006 bis 2016 um 28 Prozent: 17 Prozent aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und zwölf Prozent wegen des Bevölkerungswachstums. Die so entstandene Differenz von einem Prozent gehe laut Studienbericht auf Veränderungen in den altersspezifischen Raten zurück.

Der geringste Anstieg an Krebsfällen insgesamt wurde in den Ländern mit hohem soziodemografischem Index (SDI) festgestellt. Der SDI berücksichtigt neben dem durchschnittlichen Einkommen der Einwohner auch den Ausbildungsstand der Bevölkerung und die Fertilität in Form der Zahl der Kinder pro Frau. Für die 29 untersuchten Krebsarten war die Verteilung in den insgesamt 195 Ländern und Territorien unterschiedlich.

Als häufigste tödliche Krebserkrankung kristallisierte sich Lungenkrebs heraus. Er geht bekanntlich in vielen Fällen auf das Rauchen zurück. In Ländern mit hohem SDI war der Erkrankungsanteil in der Bevölkerung deutlich höher als in Ländern mit niedrigem SDI. Ähnliches gilt für Dick- und Enddarmkrebs, was womöglich mit den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten in Ländern mit hohem SDI erklärt werden kann. Anders bei Magen- und Leberkrebs, deren Häufigkeit in Ländern mit mittlerem SDI am höchsten war, und bei Gebärmutterhalskrebs, an dem vor allem Frauen in Ländern mit niedrigem SDI erkrankten. Hier spielen in erster Linie die Prävention, Früherkennungsuntersuchungen und Unterschiede im Sexualverhalten eine Rolle.

Bei Männern war die weltweit häufigste Krebsart Prostatakrebs mit 1,4 Millionen Fällen, bei Frauen Brustkrebs mit 1,7 Millionen Erkrankten und 535.000 Todesfällen. 

Noch immer, so die Zusammenfassung der Studienautoren, existieren zwischen den Ländern große Unterschiede in der Häufigkeit der einzelnen Krebserkrankungen, aber auch in der Sterblichkeit daran. Neben der Entwicklung neuer Therapien muss der Prävention und Früherkennung wachsende Aufmerksamkeit geschenkt werden. 

 

Quelle:

Global Burden of Disease Cancer Collaboration. Global, Regional, and National Cancer Incidence, Mortality, Years of Life Lost, Years Lived With Disability, and Disability-Adjusted Life-Years for 29 Cancer Groups, 1990 to 2016. A Systematic Analysis for the Global Burden of Disease Study. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juni 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.2706

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 16.10.2018 14:43