Krebsdiagnose: Stress für Jugendliche und junge Erwachsene

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Überlebende einer Krebserkrankung im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter leiden später verstärkt unter Stress. Professionelle Unterstützungsangebote sind gefragt.

Eine Krebsdiagnose ist eine besondere Belastungsprobe für die Betroffenen, zumal wenn diese gerade erwachsen werden und der Start ins eigene Leben mit Berufsausbildung und Familienplanung beginnen soll. In einer Studie wurde untersucht, wie sich der mentale Stress auf Jugendliche und junge Erwachsene, die im Alter von 15 bis 39 Jahren an Krebs erkrankten und deren Diagnose mindestens fünf Jahre zurücklag, langfristig auswirkt. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer.

Im Vergleich zu einer gleichaltrigen Kontrollgruppe erlebten die Krebsüberlebenden häufiger Stress und vor allem auch stärkeren Stress. Allerdings fiel es ihnen nach eigenen Angaben oft schwer, psychologische Unterstützung zur Verbesserung ihrer mentalen Gesundheit zu suchen. Drei Viertel derjenigen, die moderaten, und mehr als die Hälfte derjenigen, die starken Stress infolge der Krebserkrankung erlebten, hatten sich bereits an einen Psychologen gewandt oder anderweitig um psychologische Unterstützung ersucht. Bei Rauchern waren die Probleme stärker ausgeprägt als bei Nichtrauchern.

Nach Ansicht der Studienautoren benötigen Jugendliche oder junge Erwachsene, die an Krebs erkranken, besondere mentale Unterstützung und Angebote. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass bei dieser Patientengruppe nicht darauf gewartet werden könne, bis sich die Betroffenen von allein um Hilfe bemühten – es müsse aktiv auf sie zugegangen werden.

 

Quelle:

Kaul, S. et al.: Mental distress and health care use among survivors of adolescent and young adult cancer: A cross-sectional analysis of the National Health Interview Survey. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 17. November 2016, DOI: 10.1002/cncr.30417

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05