Krebsbedingte Fatigue: Was hilft am besten?

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Wenn bei einer Krebserkrankung anhaltende Erschöpfung auftritt, kann ein sogenanntes Erschöpfungssyndrom, Fatigue genannt, vorliegen. Aktive Körperbewegung und Psychotherapien können offenbar am besten helfen, diesen Zustand zu überwinden.

Die krebsbedingte Fatigue gibt Experten derzeit noch viele Rätsel auf. Mehrere Faktoren tragen offenbar dazu bei, dass sich Krebspatienten dauerhaft erschöpft und müde fühlen, selbst wenn sie normalerweise ausreichende Ruhephasen einlegen. Der Krebs selbst, aber auch seine Therapien stehen im Verdacht, Auslöser zu sein, wobei die einzelnen Mechanismen nicht im Detail geklärt sind. Und auch in puncto Therapien gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander. In einer Überblicksstudie untersuchten Wissenschaftler nun, welche der vier am häufigsten empfohlenen Therapieoptionen bei krebsbedingter Fatigue am effizientesten ist: Körperliches Training, psychologische Intervention, die Kombination von körperlichem Training und psychologischer Intervention oder medikamentöse Therapien. Die Antwort gibt ein Bericht in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Demnach bezogen die Forscher in ihre Analyse 113 Studien mit 11.525 Teilnehmern ein, nachdem sie eine ausführliche Artikelrecherche in den einschlägigen Datenbanken für Fachzeitschriften durchgeführt hatten. Rund drei Viertel der Patienten waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 54 Jahren.

Es stellte sich heraus, dass sich die besten Ergebnisse in der Therapie von Fatiguesymptomen mit körperlichem Training erzielen lassen, gefolgt von Psychotherapien und einer Kombination aus beidem. Dies galt sowohl für Fatigue, die während der eigentlichen Krebstherapie auftrat, als auch für Fatiguesymptome, die die Patienten noch nach Abschluss der Krebstherapien plagten. Mit medikamentösen Therapien gelang hingegen kaum eine Besserung der Fatiguebeschwerden.

Körperliches Training und psychologische Interventionen sollten nach Ansicht der Studienautoren Krebspatienten, die unter Fatiguebeschwerden leiden, als erste Therapiemaßnahmen empfohlen werden. 

 

Quelle:

Mustian, K. M. et al.: Comparison of Pharmaceutical, Psychological, and Exercise Treatments for Cancer-Related Fatigue. A Meta-analysis. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. März 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2016.6914

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07