Krebsbedingte Beschwerden: Auch Begleiterkrankungen im Blick haben

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Je größer die Zahl an Begleiterkrankungen bei einer Krebserkrankung ist, desto höher ist das Risiko für stärkere krebsbedingte Beschwerden.

Wenn zu einer Krebserkrankung noch weitere Erkrankungen hinzukommen, fällt es den Betroffenen verständlicherweise oft schwerer, die Last der vielen gesundheitlichen Probleme zu ertragen. Dies schlägt sich offenbar in einer stärkeren Beeinträchtigung durch die von der Tumorerkrankung hervorgerufenen Beschwerden nieder, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Die Forscher wollten in einer Studie herausfinden, ob und in welchem Maße sich Begleiterkrankungen auf die von den Patienten erlebte Belastung durch die Krebserkrankung auswirken. Zu diesem Zweck befragten sie mehr als 3.100 Krebspatienten zu ihrem gesundheitlichen Befinden und untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen der Zahl an Begleiterkrankungen und der Stärke der von den Patienten erlebten Krebsbeschwerden gab.

Rund ein Fünftel der Befragten gab an, an fünf bis zwölf Begleiterkrankungen neben der Krebserkrankung zu leiden. Je mehr Begleiterkrankungen ein Patient aufwies, desto höher war die Wahrscheinlichkeit dafür, dass er mindestens ein krebsbedingtes Symptom als sehr stark empfand und dass sich solche Symptome im Laufe der Krebserkrankung eher verschlechterten. Auch die behandelnden Ärzte schätzten ein, dass es ihnen schwerer falle, krebsbedingte Beschwerden zu lindern, wenn ein Patient mehrere Begleiterkrankungen aufweise.

Um krebsbedingte Beschwerden ausreichend lindern zu können, müssten auch die Begleiterkrankungen der oft eher älteren Patienten in den Blick genommen werden, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Ritchie, C. S. et al.: Association between patients' perception of the comorbidity burden and symptoms in outpatients with common solid tumors. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Juni 2017, DOI: 10.1002/cncr.30801

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59