Krebs: Wenn die Seele krankt

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Nach Krebserkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Depression

Die Folgen einer Krebserkrankung können langwierig und mitunter auch ganz unerwartet sein, selbst wenn die Krankheit an sich überstanden zu sein scheint. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology berichteten, entwickelt ein nicht unerheblicher Teil der Krebsüberlebenden eine Depression. Dabei gibt es offenbar Faktoren, die mit einem höheren Risiko für eine Depression einhergehen.

Die Forscher verglichen die Daten von rund 3.500 Krebsüberlebenden, die mindestens 18 Jahre alt waren, und knapp 27.000 Erwachsenen ohne Krebserkrankung. In den Daten waren u.a. depressive Symptome erfasst worden.

Etwa jeder siebte ehemalige Krebspatient und neun von 100 nicht an Krebs erkrankten Personen hatten eine Depression erlebt. Signifikant häufiger als in der Allgemeinbevölkerung kam eine Depression bei Frauen nach einer gynäkologischen Krebserkrankung (z.B. Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs), bei Männern und Frauen nach Krebs im Magen-Darmtrakt und malignem Melanom sowie bei Patienten mit einer Krebserkrankung unbekannter Herkunft vor.

Seltener erkrankten Krebspatienten jenseits der 60, höher gebildete Krebspatienten und Krebspatienten, die sich in ihrer Freizeit sportlich betätigten. Ehemalige oder aktive Raucher und Diabetiker hingegen hatten ein höheres Risiko.

Das erhöhte Risiko für Depression müsse bei der Betreuung von Krebspatienten berücksichtigt werden, so die Studienautoren. Passende Angebote und Unterstützung könnten das mentale Befinden von Patienten oft verbessern. 

 

Quelle:

Zhao, G. et al.: Current depression among adult cancer survivors: Findings from the 2010 Behavioral Risk Factor Surveillance System. Cancer Epidemiology 2014, 38(6):757-764

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 21:09