Krebs im Endstadium: Über das Kommende sprechen

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Worüber Patienten bei Krebs im Endstadium mit ihrem Arzt sprechen möchten, untersuchten Wissenschaftler in einer Studie. Ehrliche Aufklärung und eine gute Schmerztherapie lagen den Patienten besonders am Herzen.

Ist eine Krebserkrankung so weit fortgeschritten, dass Heilung unmöglich scheint und die Therapie vor allem Beschwerden lindern soll (Palliativtherapie), gehen die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen oft weit auseinander. Und doch lassen sich ein paar Gemeinsamkeiten dazu finden, was sich Patienten in dieser Situation in Bezug auf die Kommunikation mit ihrem Arzt wünschen, wie Wissenschaftler in einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer feststellten.

Die Forscher befragten 106 Krebspatienten aus Japan, die mindestens eine Woche zuvor darüber informiert worden waren, dass die Krebstherapie vergeblich sei, weil es sich um eine Erkrankung im Endstadium handele. In dem Fragebogen sollten die Teilnehmer unter anderem angeben, was sie sich von weiteren Gesprächen mit ihrem behandelnden Arzt erhofften.

Fast alle Patienten wünschten sich ein offenes Ohr für ihre Ängste und Sorgen im Zusammenhang mit der Krankheit. Sie wollten klare und ehrliche Informationen darüber, welche Komplikationen ihnen bevorstehen und ob sie beispielsweise mit Schmerzen rechnen müssen. Auch bezeichneten die meisten eine gute Schmerzkontrolle durch entsprechende Therapien als einen der für sie wichtigsten Punkte.

Unterschiede gab es vor allem zwischen Patienten, die an unterschiedlichen Krebsarten litten. Auch der Umstand, ob die Patienten Kinder hatten oder nicht, wirkte sich darauf aus, wie viel Hoffnung auf lebensverlängernde Möglichkeiten sie sich bewahren wollten. Nach Ansicht der Studienautoren sollten sich Ärzte sorgfältig auf die Gespräche mit unheilbaren Krebspatienten vorbereiten und deren individuelle Wünsche soweit wie möglich berücksichtigen.

 

Quelle:

Umezawa, S. et al.: Preferences of advanced cancer patients for communication on anticancer treatment cessation and the transition to palliative care. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 26. August 2015, DOI: 10.1002/cncr.29635

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05