Krebs – ein (guter) Grund, das Rauchen aufzugeben

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Selbst, wenn die Krankheit nicht unmittelbar auf das Rauchen zurückzuführen ist, geben viele Betroffene nach der Diagnose die Gewohnheit auf

Viele Krebskranke geben, wenn sie zuvor geraucht haben, nach der Diagnose das Rauchen auf – sogar dann, wenn ihre Erkrankung vermutlich nichts damit zu tun hat. Das geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

Die Forscher stützten sich für ihre Analyse auf die Daten einer großen Studie. Anfang der 1990er Jahre waren dafür Personen gewonnen worden, deren Gesundheitszustand bis einschließlich 2009 beobachtet wurde. Von den Rauchern unter ihnen wurden zwei Gruppen gebildet: Diejenigen, die an Krebs erkrankten, und diejenigen, die keine Krebserkrankung entwickelten. Anschließend verglichen die Forscher zwischen beiden Gruppen die Zahl derer, die mit dem  Rauchen nach zwei bzw. vier Jahren aufgehört hatten. Bei den Krebspatienten zählten nur diejenigen, die das Rauchen nach der Krebsdiagnose aufgegeben hatten. 

Knapp ein Drittel der Krebskranken und 19 Prozent derjenigen ohne Krebs hatten nach zwei Jahren das Rauchen aufgegeben. Nach vier Jahren lagen die Zahlen bei 43 Prozent und 34 Prozent. Bei den Krebspatienten spielte es dafür, ob das Rauchen aufgegeben wurde oder nicht, keine Rolle, um welche Krebsart und welches Tumorstadium es sich handelte.

Eine Krebserkrankung, so die Zusammenfassung der Studienautoren, veranlasse viele Betroffene, das Rauchen aufzugeben, selbst wenn die Krebserkrankung nicht unmittelbar auf das Rauchen zurückgeführt werden kann und die Prognose gut ist.

 

Quelle:

Westmaas, J. L. et al.: Does a Recent Cancer Diagnosis Predict Smoking Cessation? An Analysis From a Large Prospective US Cohort. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. April 2015, doi: 10.1200/JCO.2014.58.3088

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.07.2017 16:49