Krebs-DNA im Blut?

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Mit bestimmten Methoden kann nach frei zirkulierender Tumor-DNA im Blut gesucht werden. Was lässt sich daran ablesen? 

Nach dem Erbgut von Krebszellen, der sogenannten DNA, zu suchen, die im Blut frei zirkuliert, kann eine gute Möglichkeit sein, im Anschluss an eine Therapie zu ermitteln, wie wahrscheinlich ein Rückfall ist. In einer umfassenden Überblicksstudie untersuchten Forscher, wie valide die derzeit zur Verfügung stehenden Verfahren schon sind. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher sichteten 1.338 publizierte Artikel zu den Nachweismethoden von frei zirkulierender Tumor-DNA, in die eigentliche Analyse flossen schlussendlich die Daten von 77 Artikeln ein. Optimal für den Test auf frei zirkulierende Tumor-DNA, so ein Ergebnis der Untersuchung, ist die Aufnahme von Blutplasma in sogenannten EDTA-Röhrchen, wobei die Verarbeitung der Röhrchen innerhalb von sechs Stunden nach der Blutentnahme erfolgen sollte. Auch wenn sich einige der bekannten Analyseverfahren bei bestimmten Krebsarten im fortgeschrittenen Stadium bereits als effizient erwiesen haben, fehle für die Mehrheit der Verfahren bei fortgeschrittenen Krebsarten noch der entsprechende Nachweis. Gänzlich wenig zum Wert der Untersuchung auf freizirkulierende Tumorzellen sei noch für Krebs im frühen Stadium, für die Therapieüberwachung und für die Erkennung von Restkrankheit bekannt. Ebenso gebe es derzeit keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass sich die Untersuchung auf frei zirkulierende Tumorzellen außerhalb von klinischen Studien für ein Krebsfrüherkennungsscreening eignen könnte.

Für eine Routine-Anwendung von Analyseverfahren zur Identifizierung von frei zirkulierender Tumor-DNA im klinischen Alltag bedürfe es wissenschaftlicher Evidenz für eine entsprechende Effizienz – und diese sei momentan noch nicht in ausreichendem Maße gegeben, so die Studienautoren in ihrer abschließenden Bewertung. Die rege Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet lasse jedoch vermuten, dass entsprechende Nachweise in naher Zukunft vorgelegt werden, sodass Leitlinien und Empfehlungen für den Einsatz der Methoden entwickelt werden könnten. 

 

Quelle:

Merker J D et al. Circulating Tumor DNA Analysis in Patients With Cancer: American Society of Clinical Oncology and College of American Pathologists Joint Review. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. März 2018, DOI: https://doi.org/10.1200/JCO.2017.76.8671

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.12.2018 09:38