Krebs der Harnblase und Prostata im Doppelpack

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Nicht selten leiden Patienten, die sich bei fortgeschrittenem Harnblasenkrebs einer Operation unterziehen müssen, auch an Prostatakrebs.

Wenn sich Patienten wegen fortgeschrittenem Harnblasenkrebs einer Operation mit Entfernung der Harnblase unterziehen müssen, lohnt immer auch der Blick auf die Prostata: Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Urologic Oncology berichteten, ist bei vielen Betroffenen auch die Prostata von einem bösartigen Tumor befallen.

Die Forscher untersuchten eine Gruppe männlicher Patienten, die sich wegen fortgeschrittenem Blasenkrebs einer radikalen Zystektomie, also Entfernung der Harnblase, unterzogen. Bei mehr als der Hälfte von ihnen (53 Prozent) wurde bei der feingeweblichen Untersuchung nach der Operation auch Prostatakrebs festgestellt. Ein höheres Lebensalter und erhöhtes prostataspezifisches Antigen (PSA) waren mit einem erhöhten Risiko dafür, auch an Prostatakrebs erkrankt zu sein, verbunden. Und auch wenn sich der Harnblasentumor in der feingeweblichen Untersuchung als ungünstig herausstellte, waren die Betroffenen häufiger gleichzeitig an Prostatakrebs erkrankt. Zudem kam es in diesem Fall nach der Behandlung wegen des Prostatatumors öfter zu einem Rückfall.

Nach Ansicht der Studienautoren sei es erforderlich, bei Patienten, denen wegen eines bösartigen Tumors die Harnblase entfernt werden muss, in der Nachsorge regelmäßige PSA-Messungen vorzunehmen, um eventuellen Prostatakrebs rechtzeitig zu bemerken.

 

Quelle:

Heidegger, I. et al.: High incidence of clinically significant concomitant prostate cancer in patients undergoing radical cystectomy for bladder cancer: A 10-year single-center experience. Urologic Oncology 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.urolonc.2016.11.004

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21