Krebs an Lunge oder Lungenfell: Sterblichkeit noch immer hoch

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Die Überlebensaussichten bei Lungen- und Pleurakrebs sind europaweit noch immer schlecht. Größere Anstrengungen und neue Entwicklungen hinsichtlich Vorbeugung, Frühdiagnostik und Therapie sind gefragt.

Lungen- und Lungenfellkrebs sind auch in diesem Jahrhundert noch immer nur schwer zu behandelnde Krankheiten. Das zeigt die Auswertung der EUROCARE-5-Datenbank mit den Trends von 1999 bis 2007. Demnach sind zwar insgesamt leichte Verbesserungen zu registrieren, doch noch immer sterben viele Patienten, wenn die Diagnose nicht frühzeitig gestellt wird.

Die Daten stammen von 87 Krebsregistern aus 28 europäischen Ländern. Demnach sind die Überlebenschancen bei Lungenkrebs überall in Europa schlecht: Das relative Überleben betrug ein Jahr nach der Diagnose 39 Prozent, nach fünf Jahren 13 Prozent. Beim relativen Überleben wird zusätzlich berücksichtigt, dass nur ein Teil der Sterblichkeit unter Krebspatienten auf den Krebs selbst zurückgeht, da auch Personen gleichen Alters und Geschlechts, die nicht an Krebs erkrankt sind, versterben. Das relative Überleben setzt somit das absolute Überleben der Erkrankten in Relation zum Überleben der allgemeinen Bevölkerung. Eine relative Überlebensrate von 100 Prozent bedeutet beispielsweise, dass die Sterblichkeit unter Erkrankten genauso hoch ist wie die Sterblichkeit der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlecht.

Insgesamt konnte eine leichte Verbesserung der Überlebensaussichten bei Lungenkrebs registriert werden. Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom hatten bessere Überlebenschancen als Patienten mit kleinzelligem und oder großzelligem Lungenkrebs. Zudem hatten Frauen bessere Überlebensaussichten als Männer.

Das relative Fünf-Jahresüberleben bei Lungenfellkrebs (Pleurakarzinom) lag europaweit bei sieben Prozent. Am häufigsten wurden sogenannte Mesotheliome diagnostiziert. Sowohl bei Lungen- als auch bei Lungenfellkrebs nahmen die Überlebenschancen mit zunehmendem Lebensalter ab.

Angesichts der noch immer ungünstigen Prognosen bei Lungen- und Lungenfellkrebs seien die Anstrengungen im Bereich Vorbeugung zu verstärken, so die Studienautoren in ihrem Fazit. Im Fokus stehen dabei das Rauchen als Verursacher Nr. 1 von Lungenkrebs und Asbest als Ursache von Lungenfellkrebs. Zudem seien weitere Entwicklungen in puncto Früherkennung und Therapie nötig.

 

Quelle:

Francisci, S. et al.: Survival patterns in lung and pleural cancer in Europe 1999–2007: Results from the EUROCARE-5 study. European Journal of Cancer 2015, 51(15):2242-2253

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55