Krankheitsverlauf bei Morbus Hodgkin

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Mithilfe von fünf Risikofaktoren kann die Prognose nach einer Hochdosis-Chemotherapie und Stammzelltransplantation mit hoher Sicherheit vorhergesagt werden.

In der Behandlung von Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom, das nach einer Therapie wiederkehrt oder von vornherein nicht ausreichend darauf anspricht, hat sich die Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation als Standard etabliert. Forscher identifizierten nun fünf Faktoren, die den weiteren Krankheitsverlauf nach einem solchen Eingriff vorhersagen können. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Die Wissenschaftler untersuchten anhand der Daten von 656 Patienten, die wegen eines wiederkehrenden oder nicht ansprechenden Hodgkin-Lymphoms mit Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation behandelt worden waren, rückblickend 23 potenzielle Risikofaktoren für das Überleben. Bei der autologen Stammzelltransplantation erhalten die Patienten, nachdem ihr Immunsystem mithilfe der Hochdosis-Chemotherapie zerstört wurde, eigene, von den kranken Zellen befreite Stammzellen zurück. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass sich die gesunden Stammzellen im Knochenmark ansiedeln und die Krankheit überwunden werden kann. Die Beobachtungszeit hatte in der Studie bei der Hälfte der Patienten 60 Monate und länger nach der Stammzelltransplantation betragen. 

Einen signifikanten Zusammenhang zum Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, gab es bei fünf der untersuchten Faktoren: Krankheitsstadium IV, ein Rückfall innerhalb von drei Monaten nach der Stammzelltransplantation, eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit (ECOG-Performance-Status von mindestens 1), ein großer Tumor von mindestens 5 cm und ein ungenügendes Ansprechen auf die Chemotherapie, die nach dem Wiederaufflackern der Krankheit eingesetzt worden war (Salvage-Chemotherapie). Mithilfe eines Risikoscores, der aus diesen fünf Faktoren aufgebaut war, konnte das Überleben ohne weiteres Voranschreiten der Krankheit mit hoher Sicherheit vorhergesagt werden. 

Die fünf Risikofaktoren könnten, so die Studienautoren, im klinischen Alltag auf einfache Weise bestimmt werden. Mit ihrer Hilfe ließen sich Patienten identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit krankheitsfrei blieben, aber auch jene, die vermutlich von einer weiterführenden Therapie profitieren würden.

 

Quelle:

Bröckelmann, P. J. et al.: Risk factors and a prognostic score for survival after autologous stem cell transplantation for relapsed or refractory Hodgkin lymphoma. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. März 2017, DOI: https://doi.org/10.1093/annonc/mdx072

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18