Krankheitsverlauf bei Glioblastom besser vorhersagen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Mithilfe der Kombination von PET und MRT kann das Rückfallrisiko bei Glioblastomen nach der Operation genauer bestimmt werden.

Wenn bei der Diagnostik von Glioblastomen die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die Magnetresonanztomografie (MRT) miteinander kombiniert werden, lässt sich nach der Operation der Krankheitsverlauf offenbar besser vorhersagen, als das bislang möglich war. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlicht wurden.

Für die Studie wurden zwischen 2013 und 2016 insgesamt 102 Patienten gewonnen, die an einem Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor, erkrankt waren. Sie erhielten nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Strahlenchemotherapie. Dafür wurden sie nach dem chirurgischen Eingriff zunächst mit einer Kombination aus PET und MRT untersucht, um festzustellen, wieviel von dem Tumor im Kopf noch vorhanden war. Dies erlaubte den Ärzten eine zielgerichtetere Planung der sich anschließenden Strahlenchemotherapie.

Bei der PET-Untersuchung kann mithilfe schwach radioaktiv markierter Tracer die Stoffwechselaktivität von Zellen sichtbar gemacht werden. Als Tracer diente die radioaktiv markierte Aminosäure Methionin, die zwar von den Krebszellen gut, von normalen Hirnzellen jedoch nicht aufgenommen wird. Dadurch kann das Tumorgewebe gut vom gesunden Gewebe abgegrenzt werden.

Wenn sich nun bei der PET wenig Tracer im Gewebe ansammelte, bedeutete dies, dass der Tumor bei der Operation vollständig oder weitgehend entfernt worden war. Die Betroffenen hatten denn in der Folge auch eine deutlich längere Überlebenszeit, ohne dass sich ein Rückfall einstellte. 

Durch die Kombination von MRT mit PET konnte somit der Krankheitsverlauf gut vorhergesagt werden: Wenn sich in der PET auffällige Herde darstellten, zeigte dies an, dass der Tumor rascher wieder zurückkehren würde. Dies, so die Studienautoren, erlaube eine variable Einstellung der adjuvanten Strahlenchemotherapie. Bei Patienten mit zu erwartendem günstigerem Verlauf könnte die Therapie beispielsweise weniger aggressiv gewählt werden, um unnötige Nebenwirkungen zu vermeiden. Außerdem könne durch die gute Darstellung des noch vorhandenen Tumorgewebes die Strahlentherapie exakter durchgeführt werden. 

 

Quelle:

Seidlitz A et al. Final Results of the Prospective Biomarker Trial PETra: [11C]-MET-Accumulation in Postoperative PET/MRI Predicts Outcome after Radiochemotherapy in Glioblastoma. Clinical Cancer Research, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Januar 2021, DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-20-1775

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21