Kopf-Halstumoren: Viele Therapien verbessern die Aussichten

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Bei lokal fortgeschrittenen Kopf-Halstumoren lohnt es sich offenbar, die Strahlentherapie und zielgerichtete Therapie noch mit einer Chemotherapie zu kombinieren.

Wenn Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich, das sich lokal schon weiter ausgebreitet hat, mit Strahlentherapie und einer zielgerichteten Therapie mit dem Antikörper Cetuximab behandelt werden, lohnt es offenbar, eine Chemotherapie hinzuzufügen. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

An der klinischen Phase III-Studie nahmen 406 Patienten teil. Bei allen war ein Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich festgestellt worden, das sich lokal bereits ausgebreitet, teilweise auch schon in Lymphknoten gestreut hatte, noch nicht jedoch in andere Organe. Die Patienten wurden einmal täglich bestrahlt und erhielten dazu einmal pro Woche den Antikörper Cetuximab. Hierbei handelt es sich um einen Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktor EGF. Eine Hälfte der Patienten erhielt außerdem zusätzlich noch eine begleitende Chemotherapie mit drei Zyklen Carboplatin und Fluorouracil.

Nach rund vier Jahren Beobachtungszeit war das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten war, in der Gruppe derer, die zusätzlich Chemotherapie erhalten hatten, signifikant besser, mit einer Drei-Jahresüberlebensrate ohne Krankheitsfortgang von 52,3% gegenüber 40,5%. Bei der Hälfte der Patienten mit Chemotherapie dauerte es fast 38 Monate oder länger, bis der Tumor weiter voranschritt, in der Gruppe ohne Chemotherapie war dies bereits nach rund 22 Monaten der Fall. 

Der Vorteil trat auch bei Mundrachentumoren (Oropharynxkarzinomen) ein, unabhängig davon, ob der Tumor mit einer Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) vom Typ 16 in Verbindung stand oder nicht. Bei diesen Tumoren ist eine Infektion mit HPV16 normalerweise mit einer günstigeren Prognose verbunden. Für die Wirksamkeit der Chemotherapie aber spielte das offenbar keine Rolle.

Allerdings blieb der Effekt der Chemotherapie auf die lokale Krankheitskontrolle beschränkt. Keinen Einfluss hatte sie auf das Gesamtüberleben oder die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Tumor noch mit Metastasen in andere Organe ausbreitete. Zudem brachte die Chemotherapie eine erhöhte Zahl an Nebenwirkungen, insbesondere Schleimhautentzündungen mit sich.

Nach Ansicht der Studienautoren können Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich von einer Chemotherapie zusätzlich zur Strahlentherapie und zielgerichteten Therapie mit Cetuximab profitieren. 

 

Quelle:

Tao Y et al. Improved Outcome by Adding Concurrent Chemotherapy to Cetuximab and Radiotherapy for Locally Advanced Head and Neck Carcinomas: Results of the GORTEC 2007-01 Phase III Randomized Trial. Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. Juni 2018, DOI: 10.1200/JCO.2017.76.2518

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.09.2018 17:42