Kopf-Halstumoren: Beeinflusst Rauchen auch die Prognose?

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Rauchen verschlechtert bei bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachens die Prognose – allerdings nur auf indirekte Weise.

Rauchen gilt als ein gewichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Krebs der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes. Doch offenbar reichen die Schatten des Rauchens noch weiter: Auch die Prognose bei diesen Erkrankungen wird davon beeinflusst, ob der daran Erkrankte raucht oder nicht – allerdings nur in indirekter Weise. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Head & Neck.

In einer Studie war ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Rauchen und den Überlebensaussichten bei knapp 700 Patienten mit Krebs der Mundhöhle, des Mundrachens, des Kehlkopfes oder des unteren Rachens untersucht worden. Die Forscher ermittelten die Rauchintensität (Maß: Zigarettenpackungen pro Tag) und Dauer (in Jahren) und setzten sie zum Gesamtüberleben, krankheitsfreien Überleben und dem Überleben ohne Rückfall in Beziehung.

Als signifikant aussagekräftig für die Prognose erwiesen sich zunächst die Dauer des Zigarettenkonsums und die Intensität des Rauchens. Wurden jedoch andere potenzielle Einflussfaktoren berücksichtigt, etwa Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV), die ebenfalls Krebs der Mundhöhle und des Rachenraums auslösen können, das Tumorstadium und Begleiterkrankungen, konnte kein statistisch signifikanter Effekt des Rauchens bzw. Nichtrauchens und der Rauchintensität (gemessen in Packungsjahren) mehr festgestellt werden. 

Demnach, so die Interpretation der Studienautoren, sei Rauchen bei bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachens vermutlich kein unabhängiger Prognosefaktor. Vielmehr übe das Rauchen einen indirekten Einfluss aus: Raucher leiden häufiger an Begleiterkrankungen, wodurch sich die Lebenszeit verkürzt. In diesem Sinne sei es sinnvoll, den Zigarettenkonsum von Patienten mit bösartigen Kopf-Halstumoren zu ermitteln, um eine Prognose abschätzen zu können.

 

Quelle:

Peterson, L. A. et al.: Cigarette use, comorbidities, and prognosis in a prospective head and neck squamous cell carcinoma population. Head & Neck, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Juli 2016, DOI: 10.1002/hed.24515

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22