Kombitherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie

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Die Kombination aus Bcl-2-Hemmer und Anti-CD20-Antikörper wirkt sich offenbar langfristig vorteilhaft aus und hält die Krankheit auf.

Für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) kann es vorteilhaft sein, wenn sie mit einer Kombination aus Bcl-2-Hemmer und Anti-CD20-Antikörper behandelt werden. Im Vergleich zur Therapie mit dem Anti-CD20-Antikörper und Chemotherapie verbessert dies die Überlebensaussichten, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

In der CLL14-Studie erhielten 432 bis dato unbehandelte Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie sechs Zyklen mit einem Anti-CD20-Antikörper plus zwölf Zyklen mit entweder Chemotherapie oder einem Bcl-2-Hemmer. Bcl-2 ist ein Eiweiß, das von Krebszellen vermehrt gebildet wird, um den Zelltod hinauszuzögern. Dies ermöglicht den Krebszellen, sich ungebremst zu vermehren. Bcl-2-Hemmer heben diesen Mechanismus auf, der programmierte Zelltod wird wieder eingeleitet.

Nachdem alle Teilnehmer die Therapie abgeschlossen hatten, konnte in der Gruppe, die mit einer Kombination aus Bcl-2-Hemmer und Anti-CD20-Antikörper behandelt worden war, bei 40 Prozent der Patienten keine minimale Restkrankheit mehr nachgewiesen werden. In der Gruppe mit Anti-CD20-Antikörper plus Chemotherapie gelang dies nur bei sieben Prozent der Patienten. In der Bcl-2-Hemmer/Anti-CD20-Antikörper-Gruppe dauerte es länger, bis sich die nachweisbare minimale Restkrankheit verdoppelt hatte. Und auch das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, war in der Bcl-2-Hemmer/Anti-CD20-Antikörper-Gruppe signifikant besser. Die Forscher schätzten, dass nach vier Jahren noch drei Viertel der Patienten in dieser Gruppe leben würden, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten wäre – in der Anti-CD20-Antikörper/Chemotherapie-Gruppe würde dies nur bei 35 Prozent der Patienten der Fall sein.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, dauere es nach Bcl-2-Hemmer/Anti-CD20-Antikörper-Behandlung signifikant länger, bis bei Patienten mit CLL wieder minimale Restkrankheit auftrete. Gleichzeitig könne durch diese Therapie bei mehr Patienten das Fehlen von minimaler Restkrankheit erreicht werden. Dies wirke sich für die Patienten vermutlich langfristig vorteilhaft aus.

 

Quelle:

Al-Sawaf O et al. Minimal Residual Disease Dynamics after Venetoclax-Obinutuzumab Treatment: Extended Off-Treatment Follow-up From the Randomized CLL14 Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Oktober 2021, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.21.01181

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.11.2021 16:25