Kombinierte Therapie bei älteren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie

Nachricht vom 29.12.2022

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Die Zugabe eines Bcl-2-Hemmers zur Chemotherapie kann sich auszahlen.

Bei älteren Patienten mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML), die keine intensive Einleitungschemotherapie vertragen würden, ist es deutlich effektvoller, wenn sie zusätzlich zur normalen Chemotherapie einen Bcl-2-Hemmer erhalten. Das geht aus den Ergebnissen einer Phase III-Studie hervor, die bei der diesjährigen Tagung der American Society of Hematology vorgestellt wurden.

An der Studie nahmen 431 betagte Patienten teil, bei denen kürzlich AML diagnostiziert worden war. Für eine intensive Einleitungschemotherapie und nachfolgende Stammzelltransplantation war ihr allgemeiner Zustand zu schlecht. Deshalb sollten sie ein Chemotherapeutikum erhalten, das bei einigen von ihnen mit einem Bcl-2-Hemmer und bei den anderen mit einem Scheinmedikament (Placebo) kombiniert wurde. 

Das Gesamtüberleben verlängerte sich durch die zusätzliche Gabe des Bcl-2-Hemmers signifikant. Vor allem bei den Patienten, die nach der Therapie keine minimale Restkrankheit mehr gezeigt hatten, machte sich die Verlängerung des Überlebens bemerkbar. Die zusätzliche Therapie erwies sich zudem als weitgehend verträglich, schwerwiegende Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen in vergleichbarem Maße auf.

Durch die Kombination von Chemotherapeutikum und Bcl-2-Hemmer lassen sich überzeugende Vorteile im Gesamtüberleben erzielen, so die Studienautoren in ihrer Bewertung. Insbesondere bei Patienten, die ein gutes Ansprechen auf die Behandlung zeigen und nach der Therapie keine minimale Restkrankheit mehr aufweisen, seien die Effekte nachhaltig. 

 

Quelle:

Pratz KW et al. 219 Long-Term Follow-up of the Phase 3 Viale-a Clinical Trial of Venetoclax Plus Azacitidine for Patients with Untreated Acute Myeloid Leukemia Ineligible for Intensive Chemotherapy. ASH, 10. Dezember 2022, abstract 219

 

(KvK)

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