Kombinierte Immuntherapie bei Nierenkrebs

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In einer Studie stellt sich die kombinierte Immuntherapie mit zwei Checkpointblockern gegenüber einer zielgerichteten Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer als vorteilhaft heraus.

Im fortgeschrittenen Stadium von Nierenzellkrebs ist die Prognose für viele Patienten ungünstig: Drei Viertel von ihnen haben ein mittleres bis hohes Risiko dafür, dass die Krankheit nicht zum Stillstand kommt. Neue Immuntherapien geben Anlass zur Hoffnung, dass dies langfristig verbessert werden kann. Nun wurden in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine die Ergebnisse einer Phase III-Studie veröffentlicht, in der zwei Immuntherapeutika miteinander kombiniert worden sind.

An der Studie nahmen 1.096 Patienten mit zuvor unbehandeltem fortgeschrittenem klarzelligem Nierenkrebs teil. Die meisten von ihnen hatten ein mittleres bis hohes Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Nach dem Zufallsprinzip erhielten sie entweder eine kombinierte Immuntherapie mit dem Checkpoint-PD1-Hemmer Nivolumab und dem CTLA-4-Hemmer Ipilimumab oder eine zielgerichtete Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Sunitinib, der sich in der Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs bereits bewährt hat. 

Nach 18 Monaten waren von den Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko drei Viertel derjenigen, die mit Nivolumab plus Ipilimumab behandelt worden waren, noch am Leben, von den mit Sunitinib Behandelten waren es 60 Prozent. Nach 26 Monaten war die Hälfte der mit Sunitinib behandelten Patienten verstorben. In der Nivolumab-Ipilimumabgruppe wurde das mediane Gesamtüberleben, also der Zeitpunkt, zu dem die Hälfte der Patienten verstorben ist, während der Studienbeobachtungszeit nicht erreicht. Bei neun Prozent der mit Immuntherapie und einem Prozent der mit dem Tyrosinkinasehemmer Behandelten sprach die Krankheit komplett auf die Behandlung an, der Tumor war also nach der Therapie zunächst nicht mehr nachweisbar.

Knapp die Hälfte der mit Immuntherapie und knapp zwei Drittel der mit dem Tyrosinkinasehemmer Behandelten erlitten schwere Nebenwirkungen Grad 3 oder 4. Bei 22 Prozent der Immuntherapiegruppe und zwölf Prozent der Tyrosinkinasehemmergruppe musste die Therapie deshalb sogar abgebrochen werden.

Bei Patienten mit zuvor unbehandeltem fortgeschrittenem Nierenkrebs mit mittlerem bis hohem Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf waren in dieser Studie die objektiven Ansprechraten und das Gesamtüberleben unter der Kombinationsbehandlung mit dem PD1-Blocker Nivolumab und dem CTLA-4-Blocker Ipilimumab besser als unter der zielgerichteten Therapie mit Sunitinib, so die Zusammenfassung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Motzer R J et al. Nivolumab plus Ipilimumab versus Sunitinib in Advanced Renal-Cell Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 21. März 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1712126

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 14.08.2018 16:52