Kombinierte Immuntherapie bei nicht-operablem malignem Pleuramesotheliom

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In den USA zugelassen.

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Arzneimittel hat für die Erstbehandlung von erwachsenen Patienten mit malignem Pleuramesotheliom, die nicht operiert werden können, eine kombinierte Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker und einem CTLA4-Blocker zugelassen. Zum ersten Mal seit 16 Jahren wurde damit wieder eine neue systemisch, also im ganzen Körper wirkende Behandlung bei dieser Krebsart eingeführt.

Das maligne Pleuramesotheliom ist eine Krebserkrankung des Lungenfells, die zwar selten vorkommt, aber oft tödlich endet. Bei den meisten Patienten ist der Tumor bei der Erstdiagnose bereits so weit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr möglich ist. Bislang war dann für die systemische Therapie eine platinbasierte Chemotherapie der Standard. Doch die Überlebensaussichten sind bei dieser Behandlung ungünstig.

Bei der neuartigen, jetzt zugelassenen Immuntherapie wird das körpereigene Immunsystem angeregt, gegen die Krebszellen vorzugehen und sie zu zerstören. Die Kombination von PD-1-Blocker und CTLA4-Blocker wurde in einer Studie mit 605 zuvor unbehandelten erwachsenen Patienten getestet, bei denen ein nicht-operabler Tumor vorlag. Sie erhielten die Kombinationsimmuntherapie über maximal zwei Jahre oder eine platinbasierte Chemotherapie über maximal sechs Zyklen. 

Die kombinierte Immuntherapie führte zu signifikant besseren Überlebenszeiten als die Chemotherapie, worauf sich die nun erfolgte Zulassung in den USA begründet. Häufigste Nebenwirkungen der Behandlung waren chronische Erschöpfung (Fatigue), Muskel- und Skelettschmerzen, Hautrötung, Durchfall, Atemnot, Übelkeit, verminderter Appetit, Husten und Juckreiz. Auch schwere Komplikationen infolge des stark aktivierten Immunsystems sind möglich, etwa bei Entzündungen verschiedener Organe. Deshalb ist bei der Anwendung der kombinierten Immuntherapie Vorsicht geboten, regelmäßige Arztkonsultationen sind unerlässlich.

 

Quelle:

Pressemitteilung der Food and Drug Administration (FDA) vom 2. Oktober 2020

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 01.08.2021 13:11