Kombinierte antihormonelle Therapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

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Die Krankheit kann offenbar durch eine kombinierte antihormonelle Therapie länger aufgehalten werden.

Bei vielen Patienten mit bereits fortgeschrittenem Prostatakrebs schreitet der Tumor trotz beispielsweise einer antihormonellen Therapie immer weiter voran. Wie sich in einer Studie zeigte, kann es womöglich helfen, eine kombinierte Therapie einzuleiten. Die Ergebnisse der sogenannten ACIS-Studie erschienen in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

An der Studie beteiligten sich 982 Patienten ab 18 Jahren in 17 Ländern, deren Prostatakrebs bereits fortgeschritten war und sich mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hatte. Sie wurden mit einer antihormonellen Therapie behandelt, bei der die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone, der sogenannten Androgene, gehemmt wird („Androgenentzugstherapie“). Dabei wurden alle Teilnehmer mit einem Hemmer des Enzyms CYP17A1 behandelt und erhielten zusätzlich entweder einen Androgenrezeptorhemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo), außerdem erhielten alle Patienten ein Kortikosteroid.

Infolge der kombinierten antihormonellen Therapie verbesserte sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, signifikant. Dabei war die Häufigkeit schwerwiegender Nebenwirkungen und Komplikationen in beiden Behandlungsgruppen gleich.

Die Studienautoren ziehen daraus den Schluss, dass die Kombination der beiden Antiandrogen-wirkenden Substanzen Patienten mit voranschreitendem metastasiertem Prostatakrebs Überlebensvorteile verschaffen kann. Dabei könnten bestimmte Patientengruppen womöglich mehr von dieser Kombination profitieren als andere. Dies gelte es, in weiteren Untersuchungen zu ergründen.

 

Quelle:

Saad F et al. Apalutamide plus abiraterone acetate and prednisone versus placebo plus abiraterone and prednisone in metastatic, castration-resistant prostate cancer (ACIS): a randomised, placebo-controlled, double-blind, multinational, phase 3 study. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 30. September 2021, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(21)00402-2

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.11.2021 16:25