Kombinationstherapien bei NET am wirksamsten

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In einer Metaanalyse untersuchten Wissenschaftler, welche Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen bei neuroendokrinen Tumoren besonders effizient sind.

Für neuroendokrine Tumoren (NET) steht eine Vielzahl von Therapien zur Verfügung. Wie sich jetzt in einer Überblicksanalyse zeigte, wirken einige der Therapien besonders gut – und vor allem, wenn sie kombiniert eingesetzt werden. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

In der Studie wurden die Daten von 30 relevanten klinischen Studien mit insgesamt 3.895 Patienten mit NET ausgewertet, in denen insgesamt 22 verschiedene Therapien zum Einsatz gekommen waren. Knapp die Hälfte der Patienten waren Frauen.

Für neuroendokrine Tumoren der Bauchspeicheldrüse erwiesen sich sieben Therapien als effizient: Everolimus, Everolimus plus Somatostatin, Everolimus plus Bevacizumab plus Somatostatin, Interferon, Interferon plus Somatostatin, Somatostatin und Sunitinib. Bei NET des Magen-Darmtrakts waren es fünf: Bevacizumab plus Somatostatin, Everolimus plus Somatostatin, Interferon plus Somatostatin, Lu 177–Dotatate-Therapie plus Somatostatin und Somatostatin. Bei der Lu 177–Dotatate-Therapie wird eine radioaktiv markierte Substanz verabreicht, die sich an Krebszellen bindet und das Tumorgewebe direkt bestrahlt (selektive Peptid-Radionuklid-Bestrahlung). 

Die genannten Therapien waren jeweils besser wirksam als ein Scheinmedikament (Placebo). Die größten Überlebensvorteile brachten die Kombinationstherapien, vor allem wenn Somatostatin-Analoga („Somatostatin-Ähnliche“) beteiligt waren.

 

Quelle:

Kaderli R M et al. Therapeutic Options for Neuroendocrine Tumors. A Systematic Review and Network Meta-analysis. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Februar 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2018.6720

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 24.05.2019 16:36