Kombinationstherapie bei nicht-operablem Leberkrebs

Nachricht vom 24.09.2022

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Wenn Leberkrebs nicht operiert werden kann, bringt eine Kombination aus Immuntherapie und Tyrosinkinasehemmer Überlebensvorteile.

Wenn sich Leberkrebs schon so weit ausgebreitet hat, dass eine Operation nicht möglich ist, kann eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker in Kombination mit einem Tyrosinkinasehemmer das Überleben verbessern. Das zeigen die Ergebnisse einer Phase III-Studie, die anlässlich der diesjährigen Tagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden.

An der Studie nahmen 543 Patienten teil, deren Lebertumor nicht operabel war, weil er entweder in größere Blutgefäße eingebrochen war oder sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte. Sie erhielten eine Therapie mit einem bewährten Tyrosinkinasehemmer oder als neue Option einen Checkpoint-PD1-Blocker in Kombination mit einem Tyrosinkinasehemmer.

Unter der Kombinationstherapie waren das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und das Gesamtüberleben signifikant länger. Beobachtet wurden zudem bessere Ansprechraten unter der Immun-Tyrosinkinasehemmertherapie. Von den Vorteilen profitierten nahezu alle Patientengruppen. Allerdings traten unter der Kombinationstherapie auch häufiger als in der anderen Gruppe starke Nebenwirkungen auf. Aus diesem Grund musste die Therapie häufiger abgebrochen werden.

Nach Ansicht der Studienautoren eigne sich die Kombination aus Immun-PD1-Blocker und Tyrosinkinasehemmer bei Patienten mit nicht operablem Leberkrebs gut als Ersttherapie. Bei dem eingesetzten Tyrosinkinasehemmer handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Blutversorgung des Tumorgewebes behindert.

 

Quelle:

Qin S et al. Camrelizumab (C) plus rivoceranib (R) vs. sorafenib (S) as first-line therapy for unresectable hepatocellular carcinoma (uHCC): A randomized, phase III trial. ESMO 2022, LBA35

 

(KvK)

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