Kombinationstherapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit Hirnmetastasen

Nachricht vom 21.12.2023

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

In manchen Fällen kann eine Kombination aus Tyrosinkinasehemmer und Chemotherapie die weitere Entwicklung von Hirnmetastasen hinauszögern.

Wenn Patienten an fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit Veränderungen, sogenannten Mutationen, im EGF-Rezeptor erkrankt sind, können sie von einer Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer und Chemotherapie profitieren. Wissenschaftler berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher präsentierten Ergebnisse der klinischen Phase 3-Studie FLAURA2, in der Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs einen Tyrosinkinasehemmer plus platinbasierte Chemotherapie oder den Tyrosinkinasehemmer allein als Behandlung erhielten. Diese Therapien wurden so lange durchgeführt, bis die Krankheit weiter voranschritt oder die Patienten einen Abbruch wünschten. Untersucht wurde vor allem auch, ob und wie sich die Krankheit hinsichtlich von Metastasen im Gehirn entwickelte.

Jeweils ein Teil der Patienten in beiden Gruppen wies bereits zu Beginn der Therapie Metastasen im Gehirn bzw. Zentralen Nervensystem auf. Infolge der Kombinationstherapie mit dem Tyrosinkinasehemmer und der Chemotherapie konnte die weitere Ausbreitung der Krankheit im Gehirn verzögert werden, und auch die Wahrscheinlichkeit, innerhalb kurzer Zeit an der Erkrankung zu sterben, sank. Bei einem Teil der Patienten sprachen die ZNS-Metastasen komplett auf die Behandlung an. Eine deutlich größere Zahl von Patienten aus der Kombinationstherapiegruppe als aus der Gruppe mit alleinigem Tyrosinkinasehemmer erreichte ein vollständiges Ansprechen des Tumors.

Die Kombination des Tyrosinkinasehemmers mit platinbasierter Chemotherapie erhöhte die Wirksamkeit des Tyrosinkinasehemmers im Zentralen Nervensystem und verzögerte die weitere Entwicklung von Hirnmetastasen. Dies unterstütze die Empfehlung, bei EGFR-mutiertem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die Kombination aus Tyrosinkinasehemmer und Chemotherapie als Erstlinientherapie einzusetzen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Jänne PA et al. CNS Efficacy of Osimertinib With or Without Chemotherapy in Epidermal Growth Factor Receptor–Mutated Advanced Non–Small-Cell Lung Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Dezember 2023, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.23.02219

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 27.02.2024 17:37