Kombinationstherapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs

Nachricht vom 22.03.2023

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Die Chemotherapie mit einer Immuncheckpointblockade zu kombinieren kann bei bestimmten Tumoren des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen oder des Magens selbst die Überlebensaussichten verbessern.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkrebs oder Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen profitieren davon, wenn sie eine Kombination aus Chemotherapie und Immuncheckpoint-PD1-Blockade erhalten. Dies zeigte sich in der KEYNOTE-859-Studie, deren Ergebnisse von der European Society for Medical Oncology ESMO vorgestellt und in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen 1.579 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen teil. Bei allen erwies sich der Tumor als HER2-negativ, weshalb eine Therapie mit einem HER2-Antikörper nicht in Frage kam. Die Studienteilnehmer erhielten eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker in Kombination mit Chemotherapie oder die Chemotherapie kombiniert mit einem Scheinmedikament (Placebo). 

Die zusätzliche Immuntherapie brachte klinisch bedeutsame, signifikante Überlebensvorteile: Die Ansprechraten, das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und das Gesamtüberleben verbesserten sich jeweils signifikant. Es spielte dabei keine Rolle, ob der Tumor viel oder wenig PD-L1 bildete, was sonst oft eine Voraussetzung für eine gute Wirksamkeit von Immuncheckpoint-PD1-Blockaden ist.

Da die Kombinationstherapie aus PD1-Blocker und Chemotherapie auch hinsichtlich ihrer Verträglichkeit nicht viel schlechter abschnitt als die Chemotherapie plus Placebo, sprachen die Studienautoren eine Empfehlung für ihre Anwendung bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen aus. Neue Therapieoptionen seien für diese Patientengruppe dringend erforderlich, die eine insgesamt eher ungünstige Prognose hat. 

 

Quelle:

Rha SY et al. VP1-2023: Pembrolizumab (pembro) plus chemotherapy (chemo) as first-line therapy for advanced HER2-negative gastric or gastroesophageal junction (G/GEJ) cancer: Phase III KEYNOTE-859 study. Annals of Oncology 2023, 34(3):319-20

Vorgestellt auf dem ESMO Virtual Plenary Abstract 16./17.2.2023: https://oncologypro.esmo.org/meeting-resources/esmo-virtual-plenary-resources/keynote-859-pembrolizumab-plus-chemotherapy-as-first-line-therapy-for-advanced-her2-negative-gastric-or-gastroesophageal-junction-cancer

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 01.03.2024 14:34