Kombinationstherapie bei akuter myeloischer Leukämie im hohen Lebensalter

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Sie kann die Überlebensaussichten verbessern.

Bei älteren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) ist die Prognose oft ungünstig, selbst wenn neuere Wirkstoffe wie hypomethylierende Substanzen zur Behandlung eingesetzt werden. Wenn einem solchen Wirkstoff noch ein zweiter, ein sogenannter Bcl-2-Hemmer hinzugefügt wird, lassen sich die Überlebensaussichten offenbar verbessern, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten.

An der Studie nahmen 431 bis dato unbehandelte Patienten ab 75 Jahren mit AML teil. Sie erhielten eine Therapie mit einer hypomethylierenden Substanz plus entweder einem Bcl-2-Hemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo). Bcl-2-Hemmer fördern in den Krebszellen den programmierten Zelltod. Die doppelte Therapie zahlte sich aus: das mediane Gesamtüberleben, also der Zeitpunkt, bis zu dem die Hälfte der Patienten noch am Leben war, war signifikant besser als unter der hypomethylierenden Substanz plus Placebo. Auch sprachen mehr Patienten mit einer kompletten Remission an, bei der keine bösartigen Zellen mehr nachweisbar sind.

Infolge der Kombinationstherapie kam es häufiger zu Nebenwirkungen wie febriler Neutropenie (Mangel an weißen Blutkörperchen, verbunden mit Fieber). Dennoch, so die Studienautoren, sei die Kombinationstherapie aus hypomethylierender Substanz plus Bcl-2-Hemmer offenbar eine gute Option in der Erstbehandlung älterer Patienten mit AML, die sich nicht einer intensiven Chemotherapie unterziehen können.

 

Quelle:

DiNardo CD et al. Azacitidine and Venetoclax in Previously Untreated Acute Myeloid Leukemia. New England Journal of Medicine 2020, 383:617-29

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 01.12.2020 16:52