Kombinationschemotherapie bei operablem Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Eine Kombination mehrerer Chemotherapeutika in der adjuvanten Therapie bringt den Patienten im Vergleich zu einer Einzeltherapie Überlebensvorteile.

Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, können mit einer Chemotherapie behandelt werden. Dabei erwies sich eine Kombination mehrerer Zytostatika, FOLFIRINOX genannt, gegenüber einer Einzeltherapie mit dem Zytostatikum Gemcitabin als vorteilhafter. Doch wie verhält es sich, wenn die Therapien bei Patienten mit operiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs angewandt werden? Die Antwort auf diese Frage lieferte eine Studie, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine erschienen.

FOLFIRINOX besteht aus den Einzelsubstanzen Fluorouracil, Leucovorin, Irinotecan und Oxaliplatin. Sie verlängerten in dieser Kombination bei Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs gegenüber der Therapie mit Gemcitabin das Gesamtüberleben der Patienten. Nun wendeten die Forscher in der neuen Studie ein modifiziertes FOLFIRINOX-Regime oder eine Einzeltherapie mit Gemcitabin bei 493 Patienten an, die wegen eines Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse operiert worden waren und anschließend eine unterstützende, also adjuvante Chemotherapie erhalten sollten, um das Risiko für einen Rückfall zu senken.

Auch hier erwies sich die Kombinationschemotherapie als vorteilhafter: Während in der Gemcitabingruppe die Hälfte der Patienten nach rund 13 Monaten wieder Krankheitszeichen aufwies, war dies in der FOLFIRINOX-Gruppe erst nach rund 22 Monaten der Fall. Nach drei Jahren waren in der Gemcitabingruppe noch rund 21 Prozent der Patienten krankheitsfrei, in der FOLFIRINOX-Gruppe rund 40 Prozent.

Und auch in puncto Gesamtüberleben profitierten die Patienten. In der Gemcitabingruppe überlebte die Hälfte der Patienten die Diagnose knapp drei Jahre, in der FOLFIRINOX-Gruppe rund viereinhalb Jahre. Dafür gab es in der FOLFIRINOX-Gruppe mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 als in der Gemcitabingruppe.

Nach Ansicht der Studienautoren bringe Patienten mit operiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs die adjuvante Kombinationschemotherapie mit einem modifizierten FOLFIRINOX-Regime gegenüber einer Einzeltherapie mit Gemcitabin Überlebensvorteile. Der Preis dafür sei eine höhere Rate an Nebenwirkungen, was es bei der Auswahl der Therapie im Einzelfall zu berücksichtigen gelte. 

 

Quelle:

Conroy T et al. FOLFIRINOX or Gemcitabine as Adjuvant Therapy for Pancreatic Cancer. New England Journal of Medicine 2018, 379:2395-406

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.02.2019 21:53