Kombinationschemotherapie bei fortgeschrittenem Leiomyosarkom

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Kann in der Ersttherapie womöglich das Voranschreiten des Tumors verzögern.

Bei nicht-operablem oder metastasiertem Leiomyosarkom, einem bösartigen Tumor, der von der glatten Muskulatur ausgeht, ist die Standardtherapie bei der Erstbehandlung eine Chemotherapie mit einem einzelnen Wirkstoff. Offenbar kann sich die Wirksamkeit der Therapie verbessern, wenn dem eine zweite Substanz mit einem anderen Wirkprinzip hinzugefügt wird. Das berichteten Wissenschaftler auf der diesjährigen Tagung der Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO).

Die glatte Muskulatur kommt in inneren Organen des Körpers wie den Verdauungsorganen, Atmungsorganen oder den Blutgefäßen vor. Aus ihr können bösartige Tumoren, die Leiomyosarkome, hervorgehen. An der aktuellen Studie nahmen Patienten mit Leiomyosarkom teil, deren Tumor entweder lokal so weit vorangeschritten war, dass er nicht mehr operiert werden konnte, oder sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hatte. Die Teilnehmer erhielten entweder die Standardchemotherapie mit einem Wirkstoff aus der Gruppe der Anthrazykline oder eine Kombination aus einem Anthrazyklin plus einem Alkaloid. Die Patienten aus der Kombinationsgruppe, die gut auf die Therapie ansprachen, sodass der Tumor nicht weiter voranschritt, erhielten anschließend weiterführend eine Erhaltungstherapie mit dem Alkaloid allein. Auch wurde bei einigen Patienten beider Gruppen nach sechs Zyklen Chemotherapie der Resttumor operativ entfernt, wenn dies nötig und möglich war.

Infolge der Kombinationstherapie konnte das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, im Vergleich zur Therapie mit dem einzelnen Wirkstoff nahezu verdoppelt werden. Auch die Ansprechrate war unter der Kombinationstherapie signifikant besser. Allerdings traten unter der Kombinationstherapie auch deutlich mehr Nebenwirkungen Grad 3-4 auf.

Dennoch fiel das Fazit der Studienautoren zur Kombinationstherapie positiv aus: Die Kombination aus Anthrazyklin und Alkaloid konnte in dieser Studie die Überlebensaussichten von Patienten mit fortgeschrittenem Leiomyosarkom verbessern. 

 

Quelle:

Pautier P et al. LBA59 - LMS-04 study: A randomised, multicenter, phase III study comparing doxorubicin alone versus doxorubicin with trabectedin followed by trabectedin in non-progressive patients as first-line therapy, in patients with metastatic or unresectable leiomyosarcoma - A French Sarcoma Group study. Annals of Oncology 2021, 32 (suppl_5): S1283-S1346. 10.1016/annonc/annonc741; ESMO 2021

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.11.2021 16:25