Kombination von Strahlentherapie und Operation bei solitärem fibrösem Tumor mit höherem Risiko

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Ein seltener mesenchymaler Tumor ist der sogenannte solitäre fibröse Tumor, der überall im Körper auftreten kann. Eine Kombination der Operation mit Strahlentherapie kann das lokale Rückfallrisiko senken.

Eine Kombination von Strahlentherapie und Operation kann bei solitären fibrösen Tumoren das Risiko für lokale Rückfälle senken. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer.

Praktisch überall im Körper können solitäre fibröse Tumoren vorkommen. Sie entwickeln sich aus dem Mesenchym, das zum embryonalen Bindegewebe gehört und aus dem lockeres, straffes und retikuläres Bindegewebe, Knochen und Knorpel entstehen. Deshalb können solitäre fibröse Tumoren das Zentrale Nervensystem, die Hirnhäute, den Kopf-Halsbereich, den Brustkorb, das Lungenfell und Weichteilgewebe betreffen. Nicht alle solitären fibrösen Tumoren sind bösartig, also maligne.

Durch eine Operation können Patienten mit solitären fibrösen Tumoren in vielen Fällen geheilt werden. Jedoch kommt es häufiger zu einem Rückfall, wenn der Tumor bei der Operation nur wenig im gesunden Gewebe entfernt werden konnte. In einer rückblickenden Studie untersuchten Forscher an sieben Sarkomzentren, ob eine Strahlentherapie während der Operation die Aussichten der Patienten verbessert.

Dafür untersuchten sie den Krankheitsverlauf bei 549 erwachsenen Patienten mit einem solitären fibrösen Tumor außerhalb der Hirnhäute. Von ihnen unterzogen sich 78% nur einer Operation, bei 22% wurde die Operation mit einer Strahlentherapie kombiniert. Wie sich herausstellte, hatten die Patienten, bei denen die Kombinationstherapie angewandt worden war, ein niedrigeres Risiko dafür, dass der Tumor lokal weiter voranschreitet. An der Gesamtüberlebenszeit änderte dieser Vorteil allerdings nichts.

Nach Ansicht der Studienautoren sprechen die Ergebnisse dafür, dass Patienten mit einem solitären fibrösen Tumor von einer kombinierten Operation-Strahlentherapie mit einem geringeren lokalen Rückfallrisiko profitieren können. Vor allem bei Patienten, bei denen der Tumor nur wenig im gesunden Gewebe entfernt werden kann oder bei denen der Tumor eine hohe Zellteilungsrate aufweist, also rasch wächst, lohne sich die zusätzliche Strahlentherapie. 

 

Quelle:

Haas RL et al. Extrameningeal Solitary Fibrous Tumors—Surgery Alone or Surgery Plus Perioperative Radiotherapy: A Retrospective Study From the Global Solitary Fibrous Tumor Initiative in Collaboration With the Sarcoma Patients EuroNet. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung 2020, DOI: 10.1002/cncr.32911

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24