Kombination von Chemotherapie bei Medulloblastom im Kindesalter

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Eine Kombination aus systemischer Chemotherapie und Chemotherapie in die Hirnventrikel zahlt sich in bestimmten Fällen aus.

Wenn Kinder unter vier Jahren an einem Medulloblastom, dem häufigsten bösartigen Hirntumor im Kindes- und Jugendalter, erkranken, profitieren sie unter Umständen von einer kombinierten Therapie aus systemischer Chemotherapie und Chemotherapie, die direkt in die Hirnventrikel verabreicht wird. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In der Studie wurden die Daten von 87 Patienten unter vier Jahren ausgewertet, die in den Jahren 2001 bis 2011 an einem Medulloblastom erkrankt waren. Der Tumor hatte sich noch nicht mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet. Die Patienten erhielten eine systemische Chemotherapie, die im ganzen Körper wirkt, und eine Chemotherapie unmittelbar in die Hirnventrikel. Nur wer nicht ausreichend auf diese Behandlung ansprach, erhielt eine Bestrahlung des Gehirns.

Die Kombination aus systemischer und intraventrikulärer Chemotherapie zahlte sich aus, gute Überlebenszeiten konnten damit erzielt werden. Die Nebenwirkungen waren laut den Wissenschaftlern akzeptabel und bezüglich der neurologischen Auswirkungen weniger intensiv als bei der Hirnbestrahlung. Wenn bestimmte Tumormerkmale vorlagen, profitierten die Betroffenen von der Behandlungsmethode mehr als in anderen Fällen.

 

Quelle:

Mynarek M et al. Nonmetastatic Medulloblastoma of Early Childhood: Results From the Prospective Clinical Trial HIT-2000 and An Extended Validation Cohort. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 24. April 2020, DOI: 10.1200/JCO.19.03057

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24