Kombination aus Chemo- und Immuntherapie bei fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs

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Sie bringt Überlebensvorteile und ist der neue Therapiestandard.

Kleinzelliger Lungenkrebs, ein aggressiver, schnell wachsender Tumor, der sich rasch im Körper ausbreitet, wird oft erst im erweiterten Stadium entdeckt, wenn schon Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen vorliegen. Grundsätzlich muss bei dieser Erkrankung systemisch behandelt werden, also mit Wirkstoffen, die im ganzen Körper wirken können - in frühen Krankheitsstadien ergänzt durch lokale Therapien wie Bestrahlung und in Einzelfällen die Operation. Nachdem sich hinsichtlich der Entwicklung der systemischen Therapien lange Zeit keine Fortschritte einstellten, keimt nun Hoffnung auf: Mit der Einführung der kombinierten Chemoimmuntherapie in der Erstbehandlung beim metastasierten kleinzelligen Lungenkrebs als Standardtherapie können sich für einen Teil der Patienten die Überlebensaussichten deutlich verbessern. Darauf verweist ein zusammenfassender Artikel in der Fachzeitschrift Im Fokus Onkologie.

Bislang werden die meisten kleinzelligen Lungentumoren im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn sie bereits Metastasen gebildet haben und die durchschnittliche Lebenserwartung derzeit noch bei weniger als einem Jahr liegt. Zwar sprechen die Tumoren oft gut auf eine Chemotherapie an, doch tritt bei bereits metastasierter Erkrankung meist innerhalb weniger Monate ein Rückfall ein. Dabei kommt es allerdings auf die Anzahl der Metastasen an: Patienten mit nur einer bis maximal fünf Metastasen in nur einem Organ haben durchschnittlich bessere Überlebenszeiten als Patienten mit sechs oder mehr Metastasen in einem Organ oder zwei oder mehr befallenen Organen. 

Im Herbst 2019 konnte für die Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs eine neue Kombinationstherapie zugelassen werden: Eine platinbasierte Chemotherapie in Kombination mit einer Immuntherapie mit einem Anti-PD-L1-Checkpointblocker gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem Checkpointblocker. In einer Studie hatte sich durch die Kombinationstherapie eine Verlängerung der Überlebenszeit gegenüber der alleinigen Chemotherapie ergeben. Einzelne Immuntherapien nach einer Chemotherapie hingegen stellten sich bislang nicht als vorteilhaft heraus.

In zukünftigen Studien werden nun weitere Kombinationen mit Immuntherapien auch in der Zweit- und Dritttherapie überprüft, um herauszufinden, welches jeweils die optimale Therapiestrategie sein kann. Auch Biomarker, die eine gute Wirksamkeit der Therapien voraussagen können, sind gefragt, um diejenigen Patienten zu identifizieren, die tatsächlich gut auf die Behandlung ansprechen werden.

 

Quelle:

Serke M et al. Fortschritte nach Jahren des therapeutischen Stillstands. Kleinzelliges Lungenkarzinom: neuer Standard mit Immunchemotherapie. Im Fokus Onkologie 2019, 22(6):15-8

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49