Körperliche Bewegung - eine Form von Supportivtherapie

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Mithilfe von körperlichem Training können Fatiguebeschwerden gemildert werden.

Die Wissenschaft ist sich einig: Körperliche Bewegung verbessert das Befinden von Krebspatienten, die im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung chronische Erschöpfung, sogenannte Fatigue, erleben. Im Zentrum künftiger Forschungen wird deshalb nicht mehr die Frage nach dem „Ob“ stehen, sondern die Frage nach dem „Wie“. Das geht aus einem zusammenfassenden Artikel in der Fachzeitschrift InFo Hämatologie + Onkologie hervor.

Demnach belegen die Ergebnisse aus rund 800 randomisierten kontrollierten Studien, wie wirksam eine Sport- und Bewegungstherapie bei Krebspatienten sein kann. Körperliche Bewegung stärkt die Muskulatur, verbessert die Herzkreislauf-Fitness, senkt die Rate an Nebenwirkungen der Krebstherapien und verbessert die Prognose bei der Krebserkrankung. Und nicht zuletzt reduziert regelmäßiges Training die Beschwerden einer krebsbedingten Fatigue. 

In den mehr als 100 randomisierten klinischen Studien zum Zusammenhang von Bewegung und Fatigue zeigte sich, dass es offenbar einfacher ist, mit einer frühzeitigen Intervention einer beginnenden Fatigue vorzubeugen, als später eine bereits bestehende Fatigue zu mildern. Deshalb empfiehlt es sich, so früh wie möglich im Krankheitsverlauf mit körperlichem Training zu beginnen – selbstverständlich in angemessener Form, so wie der allgemeine Gesundheitszustand es zulässt. 

Für Ausdauertraining konnte bislang eine gute Wirksamkeit bei Fatigue nachgewiesen werden. Bei fortgeschrittener Krebserkrankung muss das Training auf die individuelle Situation zugeschnitten sein. Dann ist vieles möglich: So kann selbst bei Patienten mit Leukämie oder Lymphom, die sich einer Hochdosischemotherapie und Stammzelltransplantation unterziehen müssen, ein angepasstes Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer Fatiguesymptome mildern. Auch Krafttraining scheint zu wirken, wie sich beispielsweise bei Brustkrebspatientinnen zeigte. Jedoch werde diese Sportform laut dem Bericht derzeit in der Praxis noch zu wenig berücksichtigt, obwohl positive Ergebnisse zur Reduzierung von Fatiguebeschwerden und einer verbesserten Lebensqualität bereits vorliegen.

Körperliche Bewegung sei, so der Bericht abschließend, längst nicht mehr als zusätzliche Option anzusehen – stattdessen solle sie künftig einen festen Platz in der Supportivtherapie bei Krebspatienten erhalten.

 

Quelle:

Siebert S & Baumann F: Die Rolle von bewegungstherapeutischen Therapiekonzepten. InFo Hämatologie + Onkologie 2020;23(11):32-7

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59