Kein Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und Autoimmunerkrankungen nachgewiesen

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Die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren erwies sich nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts seit ihrer Einführung bislang als gut verträglich.

Seitdem die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) für Mädchen und seit dem Sommer 2018 auch für Jungen zwischen neun und 14 Jahren empfohlen wird, wurde die Sicherheit der angewandten Impfstoffe in zahlreichen großen Beobachtungsstudien untersucht. Wie das Paul-Ehrlich-Institut in einem seiner regelmäßig erscheinenden Bulletins zur Arzneimittelsicherheit herausstellte, erwiesen sich die Impfungen bislang sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen als insgesamt gut verträglich. Ein Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und Autoimmunerkrankungen findet sich demnach derzeit nicht.

Infektionen mit HPV gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Bestimmte HPV-Typen gelten als krebserregend und können bösartige Tumoren im Anogenitalbereich und im Mundrachen auslösen. Der häufigste HPV-bedingte bösartige Tumor ist Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs der Scheide, des Anus, der Vulva, des Penis und des Mundrachens kommen vor. 

In Deutschland sind mehrere Impfstoffe zugelassen, die sich jeweils gegen die wichtigsten krebserregenden HPV-Typen richten. Seit dem Sommer 2018 wird die Impfung auch für Jungen empfohlen – so wie bei Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren. Wenn möglich sollte sie vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen, aber auch danach ist sie sinnvoll.

Bei der Impfung kann es zu lokalen Reaktionen an der Einstichstelle, z.B. Schmerzen, und zu systemischen Reaktionen wie Fieber kommen. In diesem Punkt erwies sich die Impfung bei Jungen in etwa gleichermaßen oder sogar besser verträglich als bei Mädchen. In größeren Studien wurde zudem bislang kein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen, etwa Diabetes mellitus Typ1, multipler Sklerose, Guillain-Barré-Syndrom, systemischem Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis gefunden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts weist „der aktuelle Forschungsstand auf ein gutes Sicherheitsprofil bei weiblichen wie männlichen Impflingen“ hin.

 

Quelle:

Bulletin zur Arzneimittelsicherheit. Hrsg. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI, Langen), Ausgabe 3, September 2018 (www.pei.de/bulletin-sicherheit)

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.01.2019 11:01