Kein erhöhtes Rückfallrisiko nach Organtransplantation

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Nach einer Organtransplantation besteht offenbar trotz der notwendigen Immunsuppression kein erhöhtes Rückfallrisiko für Krebserkrankungen.

Wenn Überlebende einer Krebserkrankung eine Organtransplantation benötigen, müssen sie nicht befürchten, anschließend ein erhöhtes Risiko für einen Krebsrückfall zu haben. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention hervor.

Nach einer Organtransplantation müssen die Betroffenen in der Regel lebenslang Medikamente einnehmen, die die Abstoßung des fremden Organs verhindern. Dafür wird das körpereigene Immunsystem gedrosselt („Immunsuppression), das normalerweise das neue Organ als fremd erkennen und bekämpfen würde. Eine geschwächte Immunabwehr gilt aber gleichzeitig als potenzieller Risikofaktor für Krebserkrankungen. Deshalb untersuchten Forscher, ob Krebsüberlebende, die eine Organtransplantation benötigen, anschließend ein erhöhtes Krebsrückfallrisiko haben.

Die Forscher werteten die Daten von 10.524.326 Krebspatienten aus 14 Krebsregistern mit 17 verschiedenen Krebsarten aus. 5.425 (0,05%) Patienten mussten sich einer Organtransplantation unterziehen, im Durchschnitt geschah dies vier Jahre nach der Krebsdiagnose.

Generell war das Gesamtüberleben bei den ehemaligen Krebspatienten, die sich einer Organtransplantation unterziehen mussten, geringer als bei den anderen Krebspatienten. Dies lag jedoch nicht an einer erhöhten Sterblichkeit aufgrund der Krebserkrankung. Vielmehr waren andere Gründe, etwa Komplikationen infolge der Transplantation, Versagen des neuen Organs und andere Erkrankungen ausschlaggebend.

Damit, so die Studienautoren, habe sich die Befürchtung, infolge der Immunsuppression nach Organtransplantation könnte das Risiko für einen Rückfall der Krebserkrankung steigen und infolgedessen eine erhöhte krebsbedingte Sterblichkeit auftreten, nicht bestätigt.

 

Quelle:

Engels EA et al. Solid organ transplantation and survival among individuals with a history of cancer. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 29. April 2021, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-21-0044

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 14.06.2021 13:23