Kehlkopfkrebs: Operieren oder nicht?

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Bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs kann eine Operation vorteilhaft sein, weil sich die Krankheit dann besser kontrollieren lässt

Bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs, der sich bereits über den Kehlkopf selbst in die umliegende Muskulatur und Nachbarorgane ausgebreitet hat (Stadium T4), sind die Heilungsaussichten eher ungünstig. Mithilfe einer Operation, bei der der Kehlkopf komplett entfernt wird, lässt sich die Krankheit jedoch lange Zeit gut kontrollieren, sodass die Betroffenen einigermaßen beschwerdefrei leben können. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher untersuchten den Krankheitsverlauf bei Patienten mit Kehlkopfkrebs im Stadium T4, die zwischen 1983 und 2011 in ein und derselben Klinik betreut worden waren. Fünf Jahre nach der Diagnose war die Hälfte der Patienten noch am Leben, nach zehn Jahren waren es 29 Prozent. Vor allem die Lymphknoten spielten für die Prognose eine Rolle: Waren sie zum Zeitpunkt der Erstdiagnose noch nicht befallen, war das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, geringer. 

Bei Patienten, die sich einer Kehlkopfoperation und anschließender Bestrahlung unterzogen hatten, konnte eine bessere lokale Kontrolle der Krankheit erreicht werden als bei Patienten, die Kehlkopf-erhaltend behandelt worden waren. Bei letzteren kam es häufiger zu ernsthaften Komplikationen (z.B. Aspiration), weshalb sie doch noch eine Tracheostomie erhalten mussten. Auch Schluckstörungen traten bei ihnen häufiger. Auf die Gesamtüberlebenszeiten wirkte sich die Art der Behandlung nicht aus.

Durch die Operation und anschließende Bestrahlung könne fortgeschrittener Kehlkopfkrebs in vielen Fällen lange Zeit gut kontrolliert werden, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Nutzen und Risiken bzw. Folgen der Operation sollten bei der Entscheidung, ob eine kehlkopferhaltende Therapie durchgeführt wird oder nicht, sorgfältig abgewogen werden.

 

Quelle:

Rosenthal, D. I. et al.: Long-term outcomes after surgical or nonsurgical initial therapy for patients with T4 squamous cell carcinoma of the larynx: A 3-decade survey. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Januar 2015, DOI: 10.1002/cncr.29241

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2017 16:32